Bei Sommerekzem sind Ausdauer und Mäßigung gefragt

Zu behaupten, man hätte die Lösung für das Sommerekzem gefunden, ist natürlich anmaßend. Bestimmte Leitsätze können aber helfen, das Sommerekzem abzumildern. Wenn man Ausdauer und Glück hat, kann es allerdings auch gelingen, das Problem weitestgehend in den Griff zu bekommen.

1. Ekzem als Folge zu großer Leberbelastung

Das Sommerekzem wird klassischerweise durch eine allergische Reaktion auf den Speichel der Kriebelmücke, aber auch Sonneneinstrahlung oder Pollenflug ausgelöst. Die Disposition, eine Allergie zu entwickeln mag teilweise genetisch bedingt sein, ist aber allzu oft stoffwechselbedingt. Viele Pferde sind einem Zuviel an Eiweiß und Zucker aus dem Gras oder Stärke und Fett aus energiereichen Müslis ausgeliefert.

Beide Faktoren, die Allergie und die Stoffwechselbelastung durch zuviel Energie, können die Leber überfordern.

Zudem kämpft die Leber mit zugeführten Toxinen (zum Beispiel Schimmelpilzgiften aus kontaminiertem Grundfutter), biogenen Aminen (aus Silage oder verdorbenem Grundfutter) sowie Noxen (belastende Stoffe wie künstliche Aromen, Bindemittel oder Konservierungsstoffe).

In vielen Fällen sind die Entgiftungsorgane zu schwach oder einfach überlastet, um diese Anflutungen zu verkraften bzw. auszuscheiden. Gerade die Leber schützt aber durch ihre Tätigkeit das Immunsystem. Ihre Bedeutung für das allergische Geschehen wir oft unterschätzt. Zudem zeigt sich eine Schädigung der Leber im Blutbild viel zu spät!

2. Ekzem als Folge eines Spurenelementmangels

Beim nährstoffmangelbedingten Ekzem liegen meist Mängel im Bereich von Zink, Kupfer, Selen und Mangan vor.  Da Calcium als Mengenelement die Aufnahme der Spurenelemente beeinträchtig, sollten calciumlöastige Mineralfutter bei Ekzemern außerhalb der Zucht und Aufzucht nicht gefüttert werden.

Lesen Sie dazu bitte auch tiefergehend: Sommerekzem

 

Sofortmaßnahmen vor und während des Ausbrechens des Sommerekzems:

1. Ausreichende Versorgung mit Spurenelementen

Das gilt auch für Ekzemer, deren Ekzem allergisch oder stoffwechselbedingt ist. Zudem heilen Wunden schneller und zuverlässiger unter einer optimalen Spurenelementversorgung. Dem Juckreiz kann man sehr gut mit einer ausreichenden Zinkversorgung begegnen.

Siehe dazu auch: Nr. 4 Goldwert und Zn Zink

2. Stärkung der Entgiftungsorgane, vorwiegend der Leber

Dies stellt eine ebenso langfristige Maßnahme dar, die beim allergisch oder stoffwechselbedingten Ekzemer grundsätzlich zu ergreifen ist. Eine gute Leberfunktion stärkt nachweislich das Abwehrsystem und verringert damit die Allergieneigung. Durch die verbesserte Entgiftungsreaktionen wird der Abtransport von Toxinen und Noxen gefördert und die Haut als Entgiftungsorgan geringer beansprucht.

Siehe dazu auch Nr. 5 Frühlingserwachen und Nr. 8 Ureavital

3. Vermeidung von Noxen

Bei der Überprüfung der Futterration hinsichtlich künstlich zugeführter Stoffe wie Konservierungsmittel, Aromastoffe, Bindemittel, hohe Mengen synthetischer Vitamine etc. sollten Konsequenzen gezogen werden und zumindest vorübergehend auf nativen Hafer, Wiesencobs oder reine Luzerne-Dinkelspelz-Mischungen umgestiegen werden. dr. WEYRAUCH Produkte sind frei von diesen Zusätzen!

4. Vermeidung von Kontamination und biogenen Aminen

So weit als möglich sollten Heu, Stroh und Kraftfutter qualitativ hochwertig und ohne Milben-, Schimmelpilz- oder Hefebelastungen sein. Auf Silage sollte auch über Winter vorsorglich streng verzichtet werden.

5. Futterration dem tatsächlichen Energiebedarf anpassen, keine Überfütterung!

 

Siehe dazu auch den redaktionellen Beitrag: Sommerekzem

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