Homöopathie

Gute Ernährung - besserer Heilerfolg

Bedeutung der Fütterung während des Einsatzes alternativer Therapien

“Eine naturgemäße Nahrung ist nicht alles, aber ohne sie werden alle anderen Heilmittel fraglich“, schreibt die Tochter des Begründers der Leisenkur, in der es um Entgiftungen, Mineralstoffe und Gesundheit geht, Frau Vanselow-Feist.

Damit wird eigentlich deutlich, dass Nahrung nicht Medizin sondern notwendiger Baustein ist, um den Körper erst in die Lage zu versetzen, sich selbst zu heilen.

Alternative Medizin im Vormarsch

Alternative Heilmethoden, zu denen unter anderem die Homöopathie, die Akupunktur, die immer beliebter werdende Bioresonanztherapie oder die Manualtherapie gehören, werden beim Tier vermehrt und das auch mit entsprechendem Erfolg eingesetzt. Der Heilungserfolg ist u.a. vom Therapeuten abhängig.

Das immer größere und gleichzeitig unüberschaubare Angebot an Tierheilpraktikern führt beim Verbraucher (Tierbesitzer) zu Verwirrung. Die Entscheidung für den "Richtigen" wird immer schwerer, zumal die Berufsbezeichnung Tierheilpraktiker (übrigens genaus so wie Hufpfleger) nicht geschützt und die Prüfungssituation für die Berufe nicht vereinheitlicht ist.

Rückschläge vorprogrammiert

Feinstoffliche Behandlungen können immer wieder sehr große Rückschläge erleiden. Fehlende Erfolge liegen mit Sicherheit an den vielen Hobbytherapeuten und Berufsaus- oder -umsteigern, die dem Verbraucher weis machen, sie wären professionnell arbeitend, sind aber in Wirklichkeit für ihren Lebensunterhalt in einer ganz anderen Branche tätig.

Aber selbst ausgezeichnete Homöopathen, Akupunkteure und Physiotherapeuten sind schon wiederholt an ein und demselben Patienten gescheitert.

Die Ursache hierfür können zwar auch in der Haltung des Pferdes, im Umgang mit demselbsen oder der Reitweise begründet sein, aber in den meisten Fällen handelt es sich um Fütterungsprobleme, die den Heilungserfolg behindern. Neben mangelnden Grundfutterqualitäten sind noch sehr viele weitere häufige Ernährungsfehler zu beobachten. Die oft unterschätzte bedarfsgerechte Ernährung ist aber die Basis des Heilerfolgs.

Keine Regeneration ohne Baustoffe

Durch die alternativen Heilmethoden werden die Selbstheilungskräfte des Körpers motiviert. Der Aufbau von Zellen und die Regeneration zerstörter Körpermasse ist nichts Abstraktes sondern beinharte Überlebensarbeit.

Ganz reell werden verschiedenste Gewebegruppen reproduziert, Knorpel- oder Knochenmasse aufgebaut, Hautzellen zur Teilung angeregt, Nervenbahnen wiederhergestellt, das Immunsystem aktiviert oder Muskelgruppen reaktiviert.

Für diese Bau- und Aufbauleistung müssen nicht nur eine ganze Reihe spezifischer Nährstoffen zur Verfügung gestellt, sondern je nach Gewebezusammensetzung verschiedene Schlüsselnährstoffe zugeführt werden. Ob Haarkleid, Huf-, Muskel- oder Knochenmasse: jedes Gewebe verfügt über eine spezifische Nährstoffgewichtung, die entweder durch Körperreserven oder durch Nahrungszufuhr bereitgestellt werden muss. So findet man Calcium vorzugsweise in den Knochen. Zink ist besonders im Auge und in den Hoden lokalisiert, Mangan in Knochen und Gebärmutter, Kupfer und ein großer Teil der B-Vitamine in der Leber.

Wie beim Bau eines Hauses benötigt man für den regenerativen Körperaufbau Baustoffe. Es werden beispielsweise Eiweiße benötigt, um sogenannte Skleroproteine für die Rekonstruktion von Fasermaterial oder Lipoproteine zur Bildung von Zellmembranen aufzubauen. Kupfer und Silizium wird vermehrt für die Bildung von kollagenem Bindegewebe benötigt. Bei der Regeneration von Leber- und Nervenzellen werden Omega-3-Fettsäuren gebraucht, die aber auch für die Bekämpfung von Entzündungen wichtig sind. Wenn eine tiefe Wunde klafft und bereits Wundwasser ausgetreten ist, dann dürfen Zink, Vitamin E und weitere antioxidativ wirkende Nährstoffe für das Immunsystem nicht fehlen.

Akupunktur

Nährstoffmängel bremsen den Heilungserfolg aus

Da auch die Verteilung von Mineralstoffen in den verschiedenen Körpergeweben vollkommen unterschiedlich ist und gerade Spurenelemente eine wichtige „Werkzeugfunktion“ beim Wiederaufbau von Gewebe spielen, können auch leichte Nährstoffmängel den Heilungserfolg verzögern und im schlimmsten Fall ausbremsen, weil die Gewebe um die Nährstoffe konkurrieren.

Der über feinstoffliche Methoden forcierte Abzug von Nährstoffen aus anderen Körperregionen führt langfristig zur Entstehung von Erkrankungen an einem anderen Ort des Körpers, was erfahrenen Therapeuten durchaus bewusst ist.

Eine bedarfsgerechte Mineralisierung ist die Grundlage des Heilungserfolgs

Die große Wirkkraft der Naturheilkunde setzt eine richtige Ernährung voraus, die – was die Selbstheilungskräfte betrifft - leider stark unterschätzt wird. So zahlt der Kunde unnötig lange für Behandlungen, die früher hätten anschlagen können, wäre der Patient besser mit Nährstoffen versorgt worden.

Fast jeder Therapeut, ob Schulmediziner, Heilpraktiker oder Physiotherapeut geht bei seiner Behandlung von einem ordentlichen Ernährungszustand aus. Das mag in ganz seltenen Fällen so stimmen. In den meisten allerdings nicht, wenn man in Betracht zieht, dass – ausgehend vom Menschen – alleine 80% aller chronischer Erkrankungen erst durch fehlerhafte Ernährung ausgelöst werden. In vielen Fällen ist sogar die Mangelernährung der tatsächliche Auslöser für eine Erkrankung.

Dem Märchen vom gut ernährten Pferd kann man den Boden leicht entziehen, indem man die Futterration berechnet. Dabei werden die Bedarfszahlen den Zahlen der Nährstoffzufuhr gegenübergestellt. Hier tun sich nach fleißigem Rechnen wahre Abgründe auf, wenn man neben Energie, Eiweiß, Calcium und Phosphor einen Blick auf die Versorgung mit Magnesium, Zink, Kupfer, Kupfer und Selen wirft. Alleine der gesunkene Gehalt an Zink und Kupfer im Heu ist in den letzten Jahren drastisch gesunken, so dass eine Substitution fast unumgänglich geworden ist. Die Angst vor „Überdosierungen“ kostet jedes Jahr einige Pferde Gesundheit und Leben.

Keine Zeit für Ernährung

Der Gedanke, die Ernährung mit in die Therapie einbeziehen zu müssen, ist für viele Therapeuten schwer. Schließlich wird ausführliches Wissen über die Pferdefütterung in ihrer Ausbildung nicht vermittelt. Ernährungsrelevante biochemische und physiologische Grundlagen können nicht im Rahmen solcher Ausbildungen vermittelt werden, dazu ist einfach die Zeit zu kurz.

Ein größeres wissenschaftlich fundiertes Wissen in Bezug auf die Ernährung würde jedoch dem Tierbesitzer viel Geld sparen, der Gesundheit des Pferdes entgegenkommen und dem Therapeuten einen besonders guten Ruf bescheren.

Akupunktur und Physiotherapeuten ihrer Zeit voraus

Die traditionelle chinesische Medizin verlangt vom Patienten eine passende Ernährung. Während die Phytotherapie (heilen mit Pflanzen) teilweise bereits unbewusst mit Nährstoffen arbeitet, wird in der Homöopathie der Einfluss der Ernährung unterschätzt, obwohl der Begründer Hahnemann darauf einen großen Wert gelegt hat. Unter den Physiotherapeuten gibt es mittlerweile viele, die wissen, dass die Fütterung einfacher muskelrelevanter Nährstoffe ihre Arbeit erleichtert und zu nachhaltigem Erfolg und damit zu einem guten Ruf führt.

Offenheit tut gut

Der Schulmedizin wurde jahrelang vorgeworfen, sie wäre unaufgeschlossen gegenüber anderen Haltungen, vor allem gegenüber einer ganzheitlichen Therapie. Mittlerweile hat sich da Einiges geändert. Viele junge Tiermediziner haben sich bereits mit dem Einsatz von homöopathischen Präparaten, Phytonährstoffen, Physiotherapie oder Akupunktur dem alternativen Weg geöffnet und legen auch auf die Fütterung immer mehr Wert.

So liegt es nahe, dass alternative Therapeuten die Ernährung mit ins Boot nehmen und versuchen, erst Mängel anzusprechen und ausgleichen, bevor dem Patientenbesitzer nach der x-ten Berhandlung ein Schulterzucken entgegengebracht wird. Allerdings liegt hier der Wermutstropfen nicht selten in einer wenig fundierten sondern eher gegoogelten Kenntnis der Ernährung des Tieres. Ernährungslehre hat mehr zu tun mit organischer Chemie, Histologie und Physiologie als mit ideologischen Leitsätzen wie sie derzeit gerne in sozialen Netzwerken propagiert werden. 

Jeder Bewegung folgt immer eine Gegenbewegung und es ist abzusehen, dass die neu gewonnene Offenheit der Schulmedizin vom Pferdehalter gewünscht und dann auch gerne bezahlt wird. Damit kann der alternativ arbeitende Therapeut nur konkurrieren, wenn er weiß, welche Nährstoffe bei der Selbstheilung auf keinen Fall fehlen dürfen, damit die Naturheilkunde gerechtfertigt auf fruchtbaren und damit hunderprozentig erfolgreichen Boden fällt.

An dieser Stelle möchte ich den klugen Satz: “Eine naturgemäße Nahrung ist nicht alles, aber ohne sie werden alle anderen Heilmittel fraglich“ wie folgt verändern:

“Eine bedarfsgerechte Ernährung ist nicht alles, aber ohne sie werden alle anderen Heilmittel fraglich“.

 

Dr. Susanne Weyrauch-Wiegand 2010 überarbeitet im April 2017©

 

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