Herpesgefahr während der Turniersaison

Herpesgefahr richtig einschätzen

Impfung ist nicht immer der richtige Weg

"Ein mas­si­ver Aus­bruch von Pfer­de­her­pes hält Tier­be­sit­zer und Rei­ter in Hes­sen in Atem", solche Schlagzeilen erschüttern Pferdebesitzer. Nachrichten, dass Pferde bereits an Herpes gestorben sind, verbreiten die Angst extrem. Ein Grund, den Ausbruch eines Virus von der nutritiven Seite zu beleuchten.

Während Mediziner die Impfmüdigkeit als Ursache für solche Herpesausbrüche sehen, war der Entdecker des Equinen Herpes Virus, Professor Ludwig aus Berlin der Ansicht, dass die Impfung aufgrund der unzähligen Herpesstämme nur schwer zu realisieren ist. 

Was aber führt dazu, dass ein Virus ausbricht?

Ob Grippe, Windpocken, Pfeiffersches Drüsenfieber, Herpes zoster (Gürtelrose): ein Virus erwischt ein Individuum immer in einer geschwächten Lebenssituation. Besonders betroffen sind meist Individuen, die im Vorfeld bereits durch eine Parallelerkrankung geschädigt sind. Ebenso gelten Stress oder auch sehr hohes Alter als einflussnehmend auf die Abwehrbereitsschaft.

Diese Momente, in denen das Immunsystem für ein gewisses Zeitfenster nicht über seine vollständige Kraft verfügt, machen den Körper angreifbar für den Herpes.

Stress und gesundheitsrelevante Faktoren

Besondere Stress-Situationen für Pferde können Transporte, Turniere und andere Veranstaltungen, die Trennung von Artgenossen, aber auch dominante Herdenmitglieder in der Robusthaltung sein. Auch labile oder unvernünftige Reiter belasten die Pferdepsyche. Da Botenstoffe des Nervensystems auf das Immunsystem und Botenstoffe des Immunsystems auf das Nervensystem wirken, schwächen Stress und Unausgeglichenheit, Sorgen oder Schmerz das Immunsystem oder lassen es sogar entgleisen. Zu den stressauslösenden Faktoren gehört auch eine nicht bedarfsgerechte Ernährung.

Nährstoffmängel können psychischen Stress erzeugen. Dies trifft sehr anschaulich auf das gerade bei Herpes so relevante Spurenelement Zink zu. Ein Zinkmangel führt unweigerlich zu Nervosität und Aufgeregtheit, zu einer massiven Störung der Bildung weißer Blutkörperchen, vor allem der T-Lymphozyten.

Zahlreiche Studien haben bereits hinreichend belegt, dass virale Erkrankungen wie Erkältungen oder Herpes unter massiven Zinkgaben nahezu in der Hälfte der Zeit abheilen können. Die Bildung von Haut und Schleimhaut und damit die Bildung mechanischer Barrieren ist von einem gesunden Zinkversorgung abhängig.

Haltung und Fütterung

Eine artgerechte Haltung mit Bewegung und frischer Luft gilt daher als immunstimulierend. Während sportliche Betätigung das Immunsystem fördert, kann körperliche Überlastung ohne genügende Ruhepausen das Gegenteil bewirken. Starker körperlicher Einsatz unter Wettkampfbedingungen, Transporte und Stallwechsel machen dem Immunsystem nachweislich zu schaffen. Fettsucht, Stoffwechselstörungen wie das Metabolische Syndrom, Cushing oder Ekzem erschweren die Arbeit des Immunsystems ebenso.

Das Immunsystem ernähren

Eine bedarfsgerechte Ernährung und ein ausgeglichener Energiehaushalt sind die Basis für ein starkes Immunsystem. Dazu gehört ein ausgewogenes Verhältnis von Rau- zu Kraftfutter zur Stabilisierung der Dickdarmflora. Ernährungsdefizite, die vor allem im Spurenelementbereich häufig sind und vor allem ältere Pferde, Zuchtstuten und auch Pferde mit äußerlich unbefriedigendem Erscheinungsbild betreffen, sollten umgehend ausgeglichen werden. Nährstoffmängel stehen der Bildung von Immunzellen, der Reparatur von Schleimhautbarrieren oder der Sekretbildung entgegen.

Zudem erfordern Infektionen einen zeitweilig erhöhten Nährstoffbedarf vor allem im Bereich der Spurenelemente, die als Cofaktoren den Enzymstoffwechsel beeinflussen. In der orthomolekularen Medizin geht man davon aus, dass man mit einer Art Stoßtherapie Nährstoffe zuführen kann, um dem Körper in Krisenzeiten zu helfen.

Hochqualitatives Grundfutter

Verschimmeltes oder mit Bakterien verseuchtes Grundfutter schwächt auf Dauer das Immunsystem sehr stark. Die Folgen einer derartigen Fütterung treten meist erst im folgenden Jahr auf. Das erschwert die Feststellung eines Zusammenhangs zwischen dem schlechten Raufutter im Vorjahr und der heutigen Leberschwächung. Neben Kräutern, die zur Entgiftungsunterstützung der Leber gefüttert werden können spielt auch hier das Spurenelement Zink wieder eine ganz hervorragende Rolle bei der Wasserlöslichmachung von Giftstoffen und einer Entfernung von Schadstoffen aus dem Leberkreislauf.

Es wäre von Seiten der Medizin angebracht, den Nährstoffstatus erkrankter oder verstorbener Pferde zu ermitteln und sowohl im Rahmen der Prophylaxe als auch bei der Behandlung von vorneherein auf eine bedarfsgerechte Ernährung allergrößten Wert zu legen.

Dr. Susanne Weyrauch-Wiegand 2016©

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