Blutbilder beim Pferd

Was sagen sie aus und was sagen sie nicht aus

Blutbilder richtig zu interpretieren ist selbst für manche Fachleute nicht so einfach. Nicht immer bedeuten die Werte das, was sie augenscheinlich aussagen. Auf die Idee, vom Tierarzt ein Blutbild erstellen zu lassen kommt der Pferdebesitzer meist spätestens, wenn das Pferd einen kranken oder schwachen Eindruck macht.

Sehr viele Pferdebesitzer geben ein Blutbild jährlich in Auftrag um einen gewissen status quo zu ermitteln. Hauptsächlich werden mit den Blutbildern etwaige Organ- bzw. Stoffwechselkrankheiten festgestellt. Durch Blutbilder kann auch ein etwaiger Nährstoffmangel bzw. die Disposition zu einem Nährstoffmangel festgestellt werden.

Unzählige Parameter können im Blut nachgewiesen werden. Dazu zählen auch Enzyme, Nährstoffe, Molekülgruppen, Blutkörperchen etc. Was für den Tierarzt besonders wichtig ist, sind die organspezifischen Werte, die Auskunft geben über das Funktionieren lebenswichtiger Organe wie Leber, Niere, Schilddrüse, Keimdrüsen, etc.

Die Blutfraktionen

Blut besteht aus zwei Hauptfraktionen, die man durch Zentrifugieren trennen kann. Das Blutplasma ist eine eiweißreiche, flüssige Fraktion. Die andere Fraktion enthält sogenannte korpuskuläre Elemente, die Blutzellen, von denen fast 99 % rote Blutkörperchen,  Erythrozyten, und der Rest Leuko- und Thrombozyten darstellt. Der prozentuale Anteil an Blutzellen wird als Hämatokrit bezeichnet.  Der Hämatokrit-Wert liegt beim Pferd zwischen 33 und 45 %. Ein sehr hoher Hämatokrit (Blut dickflüssig) kann auf Wasserverluste, Infektionen oder sogar Dopingmaßnahmen hinweisen, ein niedriger Hämatokrit (Blut dünnflüssig) kann auf Anämien oder eine zu geringe Blutbildung hinweisen. 

Lässt man das Blut vor dem Zentrifugieren gerinnen, enthält man durch  anschließende Zentrifugation das Blutserum als flüssige Fraktion. Der Unterschied zwischen dem Blutserum und dem Blutplasma zeichnet sich durch das Fehlen des Fibrinogens im Blutplasma aus.  Fibrinogen ist ein Protein, welche das Blut gerinnen lässt.

Im allgemeinen wird das Blutserum als Meßbasis herangezogen:

Beispiel für organspezifische Werte

Eine Erhöhung der leberspezifischen Enzyme weist auf eine Schädigung der Leber hin. Die Werte AST/GOT, GLDH, g - GT oder die Alkalische Phosphatase sind erhöht. Da die Leber jedoch über hohe Kompensations- und Regenerationsmechanismen verfügt, ist die Schadensdiagnose schwierig zu stellen.

Die Diagnose Leberproblemen kann also erst im bereits fortgeschrittenen Stadium gestellt werden, wenn die Enzymwerte bereits erhöht sind. Weitere verdeckte Hinweise auf Leberprobleme können erhöhte Kalium- und LDH-Werte sowie niedrige Gesamteiweißwerte sein. Die niedrigen Eiweißwerte resultieren aus der Tatsache, dass die Leber nicht mehr vollständig in der Lage ist, körperfremdes ( durch Nahrung aufgenommenes) Eiweiß in körpereigenes Eiweiß umzubauen.

Feststellung von EMS über das Blutbild

Beim Equinen Metabolischen Syndrom handelt es sich nicht um eine Krankheit sondern um einen Symptomenkomplex. Erhöhte Triglycerid- und Nüchterninsulinwerte können, müssen aber nicht auf diese Problematik hinweisen. Ein erhöhter Insulinwert zeigt zuverlässig an, ob eine Insuliresistenz vorliegt. Ein erhöhter Glucosewert hingegen kann täuschen, da das Pferd vielleicht nicht wirklich nüchtern war bei der Blutentnahme.

Feststellung von ECS über das Blutbild

Beim Equinen Cushing Syndrom wird vorwiegend der ACTH Wert gemessen, der auf eine tumoröse Veränderung der Hypophyse hinweisen soll, vielmehr aber ein Hinweis auf akuten Stress oder Schmerz darstellt. Den ACTH-Wert alleine zur Diagnosestellung des Cushing Syndroms heranzuziehen und ein Pferd auf eine lebenslange und teure Medikation einzustellen ist kurzsichtig! Der ACTH Wert wird erhöht durch Durst, Schmerz, sexuelle Aufregung. Chronische Schmerzen aus Arthrose, Fühligkeit oder Zahnschmerzen und die hormonellen Folgen werden daher nicht selten mit dem Equinen Cushing Syndrom verwechselt. Erst der Dexamethason-Hemmtest kann definitiv den Beweis für echtes Cushing liefern.

Feststellen von Calcium- oder Phosphordefiziten

Ein Calciummangel beim Pferd ist aufgrund der Fütterung mit Heu unwahrscheinlich, im allgemeinen ist auch durch jede Futterberechnung ersichtlich, dass neben Calcium auch Phosphor um ein Mehrfaches über den Bedarfswerten zugeführt wird.

Die Blutanalyse ist also kein Werkzeug, um Calcium- oder Phosphordefizite festzustellen.

Der Calcium- und Phosphorspiegel im Blut wird über einen Hormonsystem (Parathormon, Calcitonin, Vitamin D) geregelt. Ist also ein niedriger Calciumspiegel im Blutbild des Pferdes erkennbar, können eine Schilddrüsenunterfunktion, eine Nierenschwäche bzw. Niereninsuffizienz, ein massives Leberproblem oder auch ein Vitamin-D-Mangel zugrunde liegen. Auch kann die Verabreichung bestimmter Medikamente wie zum Beispiel Cortison einen Calciummangel im Blut hervorrufen.

Ein hoher Calciumsspiegel im Blut deutet nicht etwa auf eine zu hohe Aufnahme von Calcium hin, sondern kann ein Anzeichen für eine Schilddrüsenüberfunktion sein, auf bösartige Tumore oder eine Nierenunterfunktion hinweisen .

Ein erniedrigter Phosphorspiegel im Blut kann auf einen nutritiv bedingten Phosphormangel hinweisen, was aber beim Pferd extremst selten ist (absoluter Futtermangel). Eher deutet er  auf eine Überfunktion der Nebenschilddrüse,  einen Vitamin D-Mangel, Nierenerkrankungen oder eine Vergiftung mit aluminiumhaltigen Zusätzen (langfristige Gabe von Mitteln zur Neutralisierung der Magensäure) hin.

Der erhöhte Phosphorspiegel

Die sogenannte Hyperphosphatämie könnte zwar durch eine zu hohe Phosphatzufuhr ausgelöst werden, ist aber bei Pferd im Prinzip außer durch die Gabe phosphathaltiger Medikamente unmöglich. Viel eher wahrscheinlich ist eine massiver Freisetzung von Phosphat durch Knochenzersetzung und andere Gewebezerstörungen. Ein Grund für die Zersetzung von Knochen kann zum Beispiel ein schon länger bestehender Magnesium- oder Manganmangel sein.

Ein erhöhter Phosphorspiegel im Blut kann auch auf eine Unterfunktion der Nebenschilddrüse oder Nierenschwächen hindeuten. Bei fortgeschrittenem Nierenversagen kommt es zu einem Phosphatüberschuss oder zu einer gesteigerten Phosphatrückresorption durch die Nieren.

Der Anstieg von Phosphat im Blut kann zu Ablagerung von Calciumphosphat in den Blutgefäßen und Geweben führen, was Auslöser für die Bildung von Überbeinen sein kann. Im Falle eines akuten Phosphatsüberschusses kann es zu Muskelkrämpfen und Herzrhythmusstörungen kommen. Ein erhöhter Phosphorspiegel kann Juckreiz auslösen.

Erhöhte oder erniedrigte Eiweißwerte im Blut

Erhöhte Eiweißwerte im Blut deuten meist auf Entzündungen im Körper, aber keinesfalls auf eine Überversorgung mit Eiweiß hin. Erhöhte Eiweißwerte im Blut sollten vom Tierarzt ernst genommen und weitere Untersuchungen eingeleitet werden.

Zu niedrige Eiweißwerte im Blut deuten fast immer auf ein massives Leberproblem hin. Sie zeigen, dass die Leber derzeit  nicht mehr in der Lage ist,  körperfremdes Eiweiß (durch die Ernährung zugeführtes Eiweiß) in körpereigenes Eiweiß umzuwandeln.  Nur in den wenigsten Fällen deutet ein Eiweißmangel auf eine zu niedrige Eiweißzufuhr durch die Fütterung hin.

Die alkalische Phosphatase (AP)

Dieses Stoffwechselenzym ist in manchen Fällen erhöht und kann auf eine erhöhte Aktivität im Knochen hinweisen. Oft ist bei Fohlen und heranwachsenden Pferden die alkalische Phosphatase erhöht. Bei älteren Pferden kann eine erhöhte alkalische Phosphatase (AP) auf Knochenregenerationen oder aber auch tumoröse Erkrankungen der Knochen hinweisen.
Da die alkalische Phosphatase auch in der Leber und anderen Organen vorkommt müsste,  um mehr darüber zu erfahren jede einzelne alkalische Phosphatase  noch mal einzelnen auf ihr Vorkommen im Blut untersucht werden.

Ein erniedrigte Albuminwert

Auch Albumin wird im Blutbild regelmäßig mitgetestet, hier handelt es sich um ein Transportprotein, welches in der Lage ist,  fettlöslichen Nährstoffe zu binden und an den Zielort zu befördern. Desweiteren wird der osmotische Druck in den Blutbahnen  aufrechterhalten.  Niedrige Albuminwerte können ein Hinweis darauf sein, dass der Körper derzeit nicht in der Lage ist, in der Leber ausreichend körpereigenes Eiweiß (verminderte Proteinsynthese), hervorgerufen durch Leber- oder Pankreasprobleme. Er kann zwar auch durch ein sehr eiweißarmes Futter provoziert werden, was aber beim Pferd höchst unwahrscheinlich auftritt.  Seltener sind Verbrennungen oder schwere Entzündungen,  Zinkmangel oder was auch noch möglich sein könnte wäre ein Proteinverlust durch die Niere, die aber durch weitere veränderte Nierenwerte ersehen werden könnte.

Hohe Albuminwerte deuten auf körperliche Austrocknung hin.

Wenn die Triglyceride erhöht sind

kann dies ein etwaiger Indikator für das Metabolische Syndrom sein, aber auch anzeigen, dass ein übergewichtiges Pferd derzeit im Fasten ist. Ebenso können erhöhte Triglyceridwerte auch auf eine Schilddrüsen- oder Nebenschilddrüsenunterfunktion sowie Cushing hinweisen. Erhöhte Triglyceridwerte sollten immer im Zusammenhang mit der Leberfunktion betrachtet werden. Allerdings kann er auch Diätsynden des Vortages ans Licht bringen. Es ist ein täglich schwankender Wert.

Wenn der Gesamtbilirubinwert erhöht ist

kann dies auf eine starke akute Hämolyse (Blutzersetzung), die Absorption eines großen Hämatoms, aber auch auf eine verminderte Leberfunktion deuten.

Die Bedeutung des Cholesterinwerts

Ein zu hoher Cholesterinwert kann auf eine Nebenschilddrüsenunterfunktion, eine Schilddrüsenunterfunktion, Cushing, aber eben auch auf einen Hungerzustand oder ein starkes Trauma sowie eine Leberschädigung hindeuten, während ein erniedrigter Cholesterinwert eine verminderte Leberfunktion und einen etwaigen Manganmangel anzeigt.

Ein zu niedriger Cholesterinwert schränkt die Bildung von Steroidhormonen ein.  Zu diesen Steroidhormonen gehören Cortisol und Aldosteron, die in der Nebenniere gebildet werden. In den Eierstöcken entstehen aus Cholesterin die weiblichen Hormone Progesteron und Estradiol. Testosteron wird in den Hoden von Hengsten gebildet und Calcitriol, das  Prohormon von Vitamin D3 , (welches durch das Zusammenwirken von Haut, Leber und Niere entsteht und maßgeblich am Kalziumsstoffwechsel und damit an der Knochenbildung beteiligt ist) benötigt ebenso als Grundlage Cholesterin. Daher ist ein niedriger Cholesterinwert beim Pferd  durchaus beachtenswert.

LDH - die Lactatdehydrogenase

ist ein Enzym, welches vor allem im Skelettmuskel, im Herzen, der Leber, den Nieren und den Erythrozyten vorkommt. Eine Erhöhung zeigt an, dass aufgrund eines Sauerstoffmangels  bzw. Vergärung Milchsäure entstanden ist.  Erhöht ist der LDH Wert bei Muskelkater, chronischen Muskelverspannungen, Muskelerkrankungen (Kreuzverschlag), Lebererkrankungen oder Hämolyse (Auflösung roter Blutkörperchen). Bei Menschen wird er mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht, beim Pferd nicht. Ein erhöhter LDH Wert deutet auf Verspannungen und Unrittigkeit des Pferdes hin. Im allgemeinen herrschen in dieser Situation auch Selen-,  Mangan- oder Magnesiummängel vor. Ein erhöhter LDH Wert kann der Vorbote für einen erhöhten ACTH-Wert aber auch für erhöhte Leberwerte, virusverursachte  Leberenzündungen, Vergiftungen, Durchblutungsstörungen der Leber oder Gallengangverschlüsse sein.

Ebenso kann er auf spätere Muskelprobleme wie Shivering ein Indiz sein. Der LDH Wert ist für den Fütterungsfachmann ein sehr ernstzunehmender Wert.

Die Creatinkinase (CK)

ist meist mit dem LDH Wert erhöht und deutet ebenso auf Muskelerkrankungen (auch Herzmuskelerkrankungen) sowie alimentäre Mangan-, Selen oder Magnesiummängel hin. Dieser Wert ist nach starker körperlicher Belastung, Muskelverspannungen oder Schockzuständen erhöht.

Der Harnstoff-Stickstoffwert

ist gerade beim Pferd sehr ernst zu nehmen. Harnstoff ist das harmlose Endprodukt der Stickstoffengiftung und wird in der Leber aus Ammoniak gebildet. Dieser Ammoniak entspringt dem Abbau von Eiweiß, welches grundsätzlich über eine Stickstoffgruppe verfügt (1 kg Eiweiß enthält ca. 160g reinen Stickstoff!)  und im Rahmen der Verdauung anfällt.

Ist dieser Wert erhöht, deutet dies auf Nierenerkrankungen, sehr proteinreiches Futter bei Pferden mit Nierenproblemen, einen Kohlenhydrat-Mangel im Zusammenhang mit Fasten oder einer Erhöhung der Harnstoffproduktion als Folge von Equinem Cushing Syndrom hin. Eine vorübergehende Erhöhung deutet auf Herzkreislaufprobleme, Dehydration,  Muskeltraumen, schwere körperliche Belastung, Fieber, Infektionen oder Schockzustände hin.

Ein zu niedriger Harnstoffwert kann auf einen Manganmangel hinweisen, da das Enzym Arginase, welches an der Harnstoffbildung direkt beteiligt ist manganabhängig ist. Leberversagen, Wasserretentionsstörungen sowie die Gabe von Anabolika können ebenso dazu führen, dass der Harnstoffwert erniedrigt ist.

Der Serum Amyloid-Wert

Dieser unspezifische Wert steigt schnell nach einer Entzündungsreaktion an und gilt als Marker, um weitere diagnostische Maßnahmen zu ergreifen um nach der Lage und der Herkunft der Entzündung forschen. Er zeigt eher septische Erscheinungen, hervorgerufen durch Bakterien oder Toxine, beispielsweise bei Darm-, Lungen-, Augenentzündungen oder vorangegangenen Kastrationen. Dieser Wert kann ebenso erhöht sein nach Traumata oder nach extrem starker physischer Anstrengung. Zur Feststellung vorhandener abgekapselten Entzündungen ist der Serum-Amyloidwert nicht unbedingt geeignet.

Voraussetzungen für die Erhebung von Nährstoffwerten

Die Fütterung des Vortages kann das Blutbild erheblich beeinflussen (z.B.  Triglyceride, Mg, K, Fe, Zn, Cu, Mn und Se). Nur mit dem drei bis fünftägigen Pausieren der Mineralstoffgabe kann sich die sogenannte Homöostase im Blut wieder einpendeln.

Aus diesem Grunde sollte zur korrekten Erhebung von Mineralstoff- oder Vitaminwerten im Blut die Blutabnahme "mineraliennüchtern" erfolgen. Dies bedeutet, dass vor der Entnahme des Blutes eine fünftägige Pause mit mineralisiertem Futter bzw. Mineralien eingehalten worden ist, um wirklich verwertbare Aussagen treffen zu können. In dieser Zeit pendeln sich auch diagnostisch schwierige Nährstoffe wie Mangan im Rahmen der Homöostase ein.

Die Nachkontrolle von nährstoffbedingten Werten ist schwierig. Um wirklich beispielsweise nachhaltig Zinkmängel auszugleichen, dauert die Fütterung oft ein bis zwei Jahre, bei Manganmängeln zwei Jahre und mehr, während Selenmängel oft sehr leicht innerhalb von Wochen auszugleichen sind. Die Spurenelemente scheinen unterschiedlich lang für den Weg vom Blut in das Gewebe zu brauchen (Weyrauch, 2019).

Bei immer wieder auftretenden Selenmängeln kann sich in Wirklichkeit dahinter ein Manganmangel verbergen (Sekundärer Selenmangel) oder es liegt ein Leberschaden zu Grunde. Daher ist die unentwegte Fütterung von Selenmonopräparaten auch nicht immer von sichtbarem oder spürbarem Erfolg geprägt, zumal Selen zu den kritischen Spurenelementen zählt.

Kupfermängel im Blut werden relativ relativ selten beobachtet. Der Magnesiumwert wird oft unterschätzt. Die Referenzwerte der Labors sind bezüglich Magnesium zu tolerant, das heißt, ein Mangel wird nicht als solcher gesehen. Da der Knochen als Magnesiumspeicher dient und sich ein Mangel erst nach einer Entleerung dieses Speichers bis auf ein Drittel feststellbar ist, sind Magnesiumdefizite extrem ernst zu nehmen.

Da sich sehr viele Labore uneins sind bezüglich der Referenzwerte für Mangan, wird Mangan sehr selten gemessen und es werden Werte toleriert, die dem Fachmann bereits anzeigen, dass ein nachhaltiger Mangel vorliegt.  

Der Kaliumwert

Die Erfahrung zeigt, das in sehr vielen Blutbildern der Kaliumwert erhöht ist. Da Kalium vorwiegend (zu 90%) innerhalb der Zellen lokalisiert ist, aber im Allgemeinen der Blutserumwert gemessen wird, können die Lagerung der Blutprobe oder eine zu hohe Temperatur fälschlicherweise zu hohe Kaliumwerte aufweisen.

Zu hohe Kaliumwerte können auf Nierenprobleme hinweisen, jedoch auch auf eine Form der Übersäuerung, da ein Überschuss an Protonen in der Zelle zu einer Ausleitung von Kalium führen kann. Bei Unsicherheiten sollte ein erneutes Blutbild genommen werden.

Zu niedrige Kaliumwerte treten im allgemeinen bei Pferden auf, die zu wenig Raufutter in der Fütterung erhalten. Verluste durch Schweiß und Durchfallerkrankungen könnten zu einer Senkung des Kaliumspiegels im Blut führen. Der Kaliumbedarf liegt bei 50mg je Kilogramm Körpergewicht, was etwa 30g Kalium bei einem 600 Kilogramm schweren Pferd entspricht.

Dieser Bedarf kann leicht durch das Rauffutter  ausgeglichen werden, da die Zufuhr von Kalium durch das Heu mit schnittlich 10-30 Gramm pro Kilo gedeckt ist und damit um ein Mehrfaches über dem Bedarf liegt. Ein Überschuss an Kalium könnte zu einem Natriummangel führen, daher ist Pferden immer ein Salzleckstein zur Verfügung zu stellen.

 

Dr. Susanne Weyrauch Januar 2017 überarbeitet 2019©

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