Arthrose wird meist erst anhand der röntgenlogischen Untersuchung durch den Tierarzt beim Pferd diagnostiziert

Arthrose beim Pferd -was hilft?

Lahmfrei und beweglich durch die richtige Fütterung

Lahmheiten, hervorgerufen durch Arthrose oder andere Knorpel-bzw Knochenveränderungen sind für Pferdebesitzer immer wieder eine Hiobsbotschaft.

Die Diagnose: „Arthrotische Veränderung“ wurde nämlich lange Zeit als vollkommen unheilbare Erkrankung angesehen, die vor allem Pferde betrifft, die in die Jahre gekommen sind und durch hohen Arbeits- bzw. Sporteinsatz "verbraucht" sind.

Ausgehend davon, dass es sich beim Befund Arthrose klassischerweise um einen Gelenksverschleiß bzw. eine Gelenksabnutzung handelt, ging man ursprünglich davon aus, dass der Gelenksknorpel an sich nicht in der Lage ist, sich zu regenerieren und damit die Arthrose als unheilbar angesehen werden kann.

Was steckt hinter der Diagnose Arthrose?

Im Allgemeinen wird die Arthrose, die definiert wird als fortschreitende degenerative Gelenkserkrankung und mit Veränderungen des Knorpels, der Knochenkontur und -struktur, der Gelenkskapsel und der stabilisierenden Bänder einhergeht, erst dann festgestellt, wenn sie dem Pferd Schmerzen bereitet, das Pferd lahmt oder die Beweglichkeit eingeschränkt ist.

Der Arbeitswillen des Pferdes ist gebremst, es ist steif und ein längerwährendes Einlaufen unumgänglich. Möglicherweise macht sie sich die Arthrose auch durch eine Gelenksentzündung (Arthritis) bemerkbar oder durch ein bildgebendes Verfahren wurde das Ausmaß der Problematik erst sichtbar gemacht. Im allgemeinen wird der Tierarzt zunächst die Entzündung behandeln und ein Schmerzmittel verabreichen.

Ursachen für die Entstehung von Arthrose

Vor der Entwicklung einer Arthrose beim Pferd steht jedoch immer eine Geschichte. Im Allgemeinen können bereits Defizite in der Aufzucht den Grundstein für die spätere frühzeitige Gelenksabnutzung sowie die Veränderung der Knochenkontur legen. Das liegt heutzutage relativ nah, da mittlerweile immer mehr Jungpferde bereits einer Silagefütterung ausgesetzt sind und die züchterischen Erfolge mit teilweise überragenden Grundgangarten oder erstaunlicher Willigkeit für den Sport nicht ohne Folge für den Gelenksapparat bleiben.

Pferde, die bereits schon längerfristig mit Muskelverspannungen kämpfen und zur Ausbildung von Gelenksblockaden (Beweglichkeitseinschränkungen) neigen, können -  wenn unbehandelt  - später leicht Arthrose ausbilden. Durch die verspannte Muskulatur kommte es zwangsläufig auch zu einem Zusammenziehen der Fascien und einem Aufeinanderpressen der Gelenke. Die entstehende Nährstoffunterversorgung des Knorpelgewebes führt zu einer mangelnden Regenerationsfähigkeit. Aus diesem Grunde sollten Beweglichkeitseinschränkungen und Muskelverspannungen beim Pferd mehr Beachtung geschenkt werden. Hier liegt langfristig die größte Chance der Arthrose prophylaktisch zu begegnen, indem Manual- und Ernährungstherapie Hand in Hand gehen.

Zu den weiteren Auslösern von Arthrose zählen auch Fehlbelastungen, genetisch bedingte Fehlstellungen der Gelenke oder Fehler im Hufbeschlag bzw. der Hufbearbeitung. Solche Prozesse entwickeln sich über Jahre. Aber auch Unfälle können Auslöser von Gelenksabnutzungen sein.

Bei Arthrose lange Schritt reiten

Der Knorpel kann sich regenerieren!

Mittlerweile ist das Wissen um den Knorpelaufbau bekannt, so dass man heute weiß, dass eine gesunde bedarfsgerechte Ernährung den Gewebeuntergang des Knorpels verzögern und sogar abwenden kann. Eine nährstoffbilanzierte und kräuterreiche Ernährung hilft Reparaturmechanismen und Geweberegeneration im Gelenk zu unterstützen.

Vorausgesetzt ist, dass die Abnutzung des Knorpels geringer als der Aufbau des Knorpels ist. Daher müssen im Vorfeld Stellungsfehler, Blockaden, Beschlagsprobleme ausgeräumt werden und das Pferd symmetisch eingestellt sein.

Das Knorpelgewebe zählt zu den Binde- und Stützgewebsarten und überzieht den Knochen als glatte, elastisch-gelartige Schicht. Es schützt den Knochen vor Stößen und Verletzungen und ermöglicht das geräuschlose Abrollen beim Laufen. Das Gelenkknorpelgewebe wird auch als hyaliner (wässriger) Knorpel bezeichnet, weil er im gesunden Zustand durchscheinend und glasig aussieht. Es besteht aus Knorpelzellen, die weitestgehend ohne Kontakt zueinander eingebettet in der sogenannten extrazellulären Matrix liegen. Die extrazelluläre Matrix ist ein gallertartiges Gewebe, das zusätzlich mit kollagenen Fasern stabilisiert ist.

Aufbau des Knorpelgewebes

Aufgebaut wird die extrazelluläre Matrix, die übrigens nach starken Belastungen wieder schnell (innerhalb von 24 Stunden) regenerierfähig ist, aus einer Grundsubstanz, die aus riesigen Kohlenhydrat-Protein-Molekülen (Proteoglykane) besteht. Diese Mega-Moleküle haben ein extrem hohes Wasserbindungsvermögen und sind der Hauptbestandteil der extrazellulären Matrix die die Stabilisierung zwischen den Zellen eines Organismus ermöglicht. Vergesellschaftet sind die Proteoglykane auch immer mit Hyaluronsäure und kollagenen Fasern. Im Knorpelgewebe wird durch diese Konstruktion eine hohe Stabilität und damit die Fähigkeit großen Druck abzupuffern und harte Stöße abzufangen erreicht und damit der darunterliegende Knochen geschützt.

Die ausgereiften Knorpelzellen liegen eingebettet in der extrazellulären Matrix. Sie befinden sich entweder als Einzelzellen oder als Zellverband in abgegrenzten Knorpelhöhlen aus Kollagenfasern. Ihre Eigenheit ist, dass sie sich nicht mehr vermehren können. Dazu kommt noch erschwerend der Umstand dazu, dass der Gehalt an Knorpelzellen im Knorpelgewebe nur bei 3 % liegt.

Während man früher dachte, die extrazelluläre Matrix würde nur die Knorpelzellen fixieren, weiß man heute, dass zwischen den Zellen und der Matrix in der sie sich befinden, ein Fließgleichgewicht und ein aktiver Nährstoffaustausch besteht.

Aus der Tatsache, dass ausgereifte Knorpelzellen nicht mehr vermehrungsfähig sind aber die extrazelluläre Matrix einen Schutz bietet und für die Ernährung sorgt, kann geschlossen werden, dass für ein gesundes Knorpelgewebe eine ständige hochwertige Nährstoffzufuhr erfolgen muss. Da aber keine Zelle ewig lebt, müssen irgendwoher neue Zellen gebildet werden.

Wo Knorpel entsteht

Arthrose, Spat, Hufbeinverknöcherung beim Pferd werden aus ernährungsphysiologischer Sicht in gleicher Form behandelt.Die ausgereiften Knorpelzellen entstehen aus knorpelbildenden Zellen. Diese stammen aus zellteilungsaktivem knochennahem Bindegewebe und werden offensichtlich kontinuierlich nachproduziert! Während ihrer Entwicklung teilen und vergrößern sich die knorpelbildenden Zellen und produzieren hochaktiv Material für die extrazelluläre Matrix, vorwiegend Proteoglykane und kollagene Fasern. Durch die Produktion dieser Substanzen rücken die knorpelbildenden Zellen immer weiter auseinander und entwickeln sich zu fertigen Knorpelzellen. Das Wachstum des hyalinen Knorpels geschieht somit vornehmlich durch die Größenzunahme der Interzellularsubstanz, was auch als interstitielles Wachstum bezeichnet wird.

Knorpelzellen brauchen Nährstoffe

Ernährt wird das Knorpelgewebe von der Gelenkflüssigkeit (Synovia) aus dem Gelenkspalt. Kohlenhydrate, Fette, Hyaluronsäure und Mineralien gelangen durch Diffusion über die extrazelluläre Matrix in die Knorpelhöhlen zu den Knorpelzellen.

Der Aufbau der riesigen Proteoglykan-Moleküle für die extrazelluläre Matrix ist sehr kompliziert. Die flaschenbürstenähnliche Form der Moleküle ist eine Besonderheit. Proteoglykane bestehen vorwiegend aus Kohlenhydraten (95 Prozent) und Proteinen (5 Prozent). An einen zentralen Hyaluronsäure-Faden gebunden sind Untereinheiten aus Glycosaminoglycanen, zu denen auch Keratansulfat und Chondroitinsulfat zählen. Chondroitinsulfat (mit Schwefelsäure veresterte Glykosaminoglykane) macht 40 Prozent der Trockensubstanz des Knorpels aus. Der hohe Anteil an Chondroitinsulfat lässt den hyalinen Knorpel homogen und nicht „faserig“ erscheinen und ist quasi ein Qualitätsmerkmal für ein gesundes Knorpelgewebe.

Die Proteoglykane besitzen ein riesiges Wasserbindungsvermögen. Unter Druck wird das Wasser vom Molekül weggedrückt, lässt der Druck nach, strömt das Hydratwasser wieder zurück. Diese Flüssigkeitsbewegung bei Belastung sorgt für die Ernährung des gefäßlosen Gelenkknorpels und erklärt, warum mangelnde Bewegung den Gelenkknorpel dünn und brüchig werden lässt.

Arthrose bedeutet nicht unheilbar. Je früher die Diagnose erstellt wurde, desto hoffnungsvoller gestaltet sich die Prognose.Reparatur des Knorpelgewebes fütterungsabhängig!

Akute oder chronische Überlastungen, Traumen sowie Entzündungen können die Matrix brüchig werden lassen. Dabei verändert sich das kollagene Netzwerk des Knorpels, die Knorpelzellen werden aktiv, um den Schaden zu kompensieren. Wenn die Knorpelzellen das nicht mehr schaffen kommt es zum sukzessiven Knorpeluntergang und –verlust, der den degenerativen arthrotischen Prozess einleitet. Für eine mögliche Regeneration des Knorpels nach Überlastungen, Verletzungen und Entzündungen müssen all diese Nährstoffe bereitgestellt sein, damit die relativ wenigen Knorpelzellen im Knorpelgewebe in der Verfassung sind, die extrazelluläre Matrix zu reparieren und aufzubauen.

Will man also das Knorpelgewebe pflegen, erhalten oder sogar regenerieren, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, dass die Knorpelzellen in der Lage sind extrazelluläre Matrix zu bilden. Das setzt aber eine grundlegend bedarfsgerechte Nährstoffversorgung des Pferdes voraus. Fehlen Bestandteile, die bei der Proteglykansynthese, der Bildung von Hyaluronsäure oder Kollagen von Nöten sind, kann auch die willigste Knorpelzelle nichts ausrichten.

Mangan, Kupfer und Kräuter unterstützen die Bildung der extrazellulären Matrix

Die Bildung der Proteoglykane ist ganz wesentlich von der Versorgung mit dem Spurenelement Mangan abhängig. Mangan aktiviert das Enzym Glykosyltransferase, welches die Bildung der Proteoglykane ermöglicht. Da die Zufuhr von Mangan über Heu ganz beträchtlich schwankt und der Bedarf von Mangan in Stresssituationen erhöht ist, lohnt sich die zusätzliche Fütterung eines Manganpräparates.

Zur Bildung von Chondroitinsulfat und Keratansulfat, als Bausteine für die Proteoglykane, benötigt der Körper Schwefelverbindungen. Diese müssen in jedem Fall durch die Ernährung bereitgestellt werden. Die Versorgung des Pferdes mit Schwefel erfolgt durch schwefelhaltige Aminosäuren (Methionin, Cystein), die im Allgemeinen in der Ernährung des Pferdes  durch die hohe Proteinversorgung vorzufinden sind. Ein nicht unbedeutender Baustein für eine gesunde Schwefelversorgung ist der Knoblauch. Die geruchs- und geschmackstypischen Inhaltsstoffe von Knoblauch enthalten reduzierten Schwefel, der zudem zellschützende antioxidative Eigensschaften enthält. Da Pflanzen den Schwefel gerne in ihre Abwehrstoffe einbauen, mit denen sie sich gegen Fraßfeinde verteidigen und pathogene Mikroorganismen abwehren, stellen vor allem Kräuter (zum Beispiel Brennessel, Salbei) eine sanfte Schwefelquelle mit antioxidativem Potential dar.

Eine zu intensive Zufütterung von Schwefel in Form modeabhängiger organischer Schwefelverbindungen ist kritisch zu sehen, da Resorptionsstörungen gegenüber anderen Spurenelementen nicht ausgeschlossen werden können und zu hohe Schwefelmengen als Säurebildner langfristig Magen, Darm und Lunge schädigen können (Bildung von aggressiver Schwefelsäure im Stoffwechsel mit entsprechenden Folgen massiver Übersäuerung).

der Gelenksaufbau gibt Aufschluss über die Regeneration des Knorpelgewebes.

 

Die Bildung der kollagenen Fasern ist u.a. an das Vorhandensein von Silizium und Kupfer gekoppelt. Die zuverlässigsten natürlichen Lieferanten von organischen Silziumverbindungen sind Pflanzen. Hier ist vor allem der Schachtelhalm zu nennen, der mit Abstand das siliziumreichste Kraut ist. Seine positive Wirkung bei Gelenksproblemen ist unumstritten. Aber auch Brennessel und Löwenzahn enthalten Silizium. Siliziumquellen die der Körper nicht wirklich verwenden kann sind Silizium aus Kieselerde, Bentonit und ähnlichen Quellen. Auch hier ist eine Bindung von Spurenelementen durch deren Absorbtionsfähigkeit nicht ausgeschlossen. Aber gerade Mangan, Kupfer und Zink sind für die Aktivität der Chondroblasten lebenswichtig.

Das Schlüsselelement zur Bildung von Kollagen ist Kupfer. Auch wenn einige Kräuter besonders reich an Mineralien, wie zum Beispiel die Brennessel an Kupfer ist, sollte der Kupferbedarf über ein entsprechendes Präparat gedeckt sein (Kupferbedarf Großpferd ca. 90mg/Tag).

Kräuter unterstützen ein gesundes Knorpelmilieu

Ein großer Vorteil der Kräuterfütterung liegt in der Tatsache, dass Kräuter in der Lage sind, die natürliche Entgiftung des Körpers zu befördern und damit zu einem gesicherten Transport von Nährstoffen in die Zellen der Gewebe zu verhelfen. Gerade wenn im Fall der Knorpelernährung die Diffusion der Nährstoffe in das Zielgewebe gefragt ist, muss der Nährstofftransport und der Abtransport von Stoffwechselschlacken und Freien Radikalen abgesichert sein. Abfallstoffe werden gerne in der extrazellulären Matrix abgelagert und lassen die Matrix brüchig werden, was langfristig die Ausbildung der Arthrose unterstützt.

Kräuter schützen die Knorpelzellen und verbessern die Zellaktivität

Entsteht ein Knorpelschaden müssen die Knorpelzellen schnell in der Lage sein, durch Neubildung der Proteoglykane und kollagene Fasern, die Matrix zu reparieren. Bei größeren Defekten wird dieser Reparaturmechanismus überfordert und es könnten Dauerschäden entstehen. Daher müssen ausgereifte Knorpelzellen unbedingt gesund und leistungsfähig erhalten bleiben, zumal eine Vermehrung ausgewachsener Knorpelzellen offensichtlich nicht möglich ist.

Kräuter sind Lieferanten antioxidativer Systeme zum Schutz der Zellen vor freien Radikalen. Weißdorn, Hagebutte oder Holunderbeeren liefern Flavonoide, die eine antioxidative Wirkung haben. Dadurch werden Schädigungen der Knorpelzellen durch oxidativen Stress verhindert oder sogar repariert. Eine geschädigte Knorpelzelle wird eine verminderte Proteoglykan-Produktion nach sich ziehen. Das heißt weniger Glucosamin und weniger Hyaluronsäure für das Gelenk.

Kräuter gegen Entzündungen

Innerhalb des Knorpelgewebes muss ein entzündungsfreies und gesundes Milieu herrschen. Die jüngste Forschung hat gezeigt, dass Hagebutten, die roten Früchte der Heckenrose, über Galaktolipide verfügen, die langfristig einen normalisierenden Effekt auf das Entzündungsgeschehen haben. Hagebuttenpulver hemmt Botenstoffe der Entzündung an verschiedenen Stellen innerhalb des Entzündungsprozesses. Durch den hohen Anteil an Sekundären Pflanzenstoffen wirkt die Hagebutte zudem auch antioxidativ und schützt nicht nur das Knorpelgewebe vor Angriffen und Zerfall. Auch Basilikum und Rosmarin beeinflussen das Entzündungsgeschehen positiv durch Beta-Caryophyllen, eine Art Sekundärer Pflanzenstoff. Ingwer wirkt über Gingerol und Salbei über seine Gerbstoffe entzündungswidrig. Bekannt ist auch die Teufelskralle, deren entzündungswidrige Wirkung auf ihre Bitterstoffe vom Iridoid-Typ zurückgeführt wird. Es muss aber nicht immer Teufelskralle sein, denn auch das einheimische Eisenkraut, das traditionell bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises angewendet wird, enthält Iridoid-Glykoside, darunter auch das von der Teufelskralle bekannte Verbascosid.

Kräuter stärken das Immunsystem

Arthrose und andere Gelenksprobleme können mit Kräutern behandelt werdenDie sehr oft antibakterielle, antivirale und antimykotische Wirkung der Kräuter hilft dem Körper mit Infektionen besser zurecht zu kommen und stärkt das Immunsystem. Nachgewiesen ist dies am Beispiel der Brennnessel die über Lektine (spezielle Glykoproteine) verfügt, die das Immunsystem anregen. Das macht sie und viele andere Kräuter für die Gelenksgesundheit interessant, denn eine Belastung des Knorpels mit infektiösen Keimen führt unweigerlich zum Knorpelabbau.

Kräuter unterstützen das Stoffwechselgeschehen unter anderem durch die Anregung der Galle-, Leber- und Nierenfunktion, sowie durch die Unterstützung der Verdauung. Damit werden die allgemeinen Entgiftungsvorgänge des Körpers unterstützt und so indirekt auch die Entgiftung des Knorpel- und Bindegewebes.

Eine Pferdefütterung, die zum Ziel hat, das Knorpelgewebe zu verbessern oder sogar zu regenerieren, sollte grundsätzlich über eine bedarfsgerechte Versorgung mit Spurenelementen (Zink, Kupfer, Mangan, Selen, Cobalt etc.) verfügen. Dies ist das größte Problem angesichts heutiger Heuqualitäten und einfachst strukturierter, teilweise am wirklichen Bedarf vorbeischrammender Mineralfutter.

Weiterführende Maßnahmen bei Arthrose

Auch wenn Kräuterspezialitäten über hervorragende nutritive Wirkungen für den Körper verfügen, sind sie niemals mineralstoffbedarfsdeckend im Sinne einer ausbalancierten Fütterung. Dafür verfügen Kräuter über hohe Gehalte an seltenen Spurenelementen und Sekundären Pflanzenstoffen in all ihrer Wirkungsvielfalt.

Der Einsatz ausgewogener Kräutermischungen in der Pferdeernährung kann jedoch die Knorpelgesundheit auf alle Fälle unterstützen. Dabei sollte aber auf eine hohe Qualität der Kräuter geachtet werden, damit maßgebliche Inhaltsstoffe auch in ausreichender Anzahl vorhanden sind.

Auf der Basis einer dem Problem angepassten, vor allem spurenelementhaltigen Mineralisierung und entsprechender Vitalstoffgaben sollte das betroffene Pferd eine regelmäßige aber nicht überlastende Bewegung erfahren.

Eine Reitstunde sollte mit einer mindestens 15-minütigen Aufwärmphase beginnen. Der gute Hufbearbeiter sollte in der Lage sein dem Pferd Erleichterung zu verschaffen. Die Betreuung durch einen Manualtherapeuten ist obligat.

Mit hochwertiger Ernährung und vielen kleinen Maßnahmen, Geduld und Kontinuität kann man auch ein Pferd mit Arthrose noch lange vital und gesund erhalten.

Dr. Susanne Weyrauch - Wiegand 2011 überarbeitet Juni 2017

 

Foto: Fotolia: #195733419 | Urheber: Petra Eckerl

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