Silizium

Stärkt das Bindegewebe

Silizium zählt aufgrund seines geringen Gehalts im Körper zu den Spurenelementen, auch wenn es zu den am häufigsten vorkommenden Elementen der Erde gehört.

Silizium BindegewebeSilizium findet man in den Knochen, den Knorpeln und Zähnen, aber auch in Haar und Horn. Es unterstützt die Bildung von Kollagen und ist daher notwendig, wo Bindegewebe produziert oder regeneriert wird.

Das Bindegewebe liegt wie ein Gerüst im gesamten Organismus vor und umhüllt einzelne Organe. Aber auch in den Knochen, den Knorpeln, den Sehnen und Bändern spielt das Bindegewebe eine große Rolle.

Daher findet man relativ hohe Siliziumgehalte im Bindegewebe der Haut, der Luftröhre, der Sehnen und Adern, wo es eine nicht unbedeutende Rolle bei der Gesunderhaltung der Blutgefäße spielt.

Festigkeit und Elastizität

Silizium bewirkt durch die Bildung von Verstrebungen zwischen den Eiweißmolekülen Festigkeit und Elastizität der Gewebe. Eine besondere Rolle spielt es bei der Bildung des Gelenkknorpels. Unterstützt wird dies durch die Tatsache dass hohe Siliziumspiegel da auftreten, wo Gewebe reich an Mucopolysacchariden bzw. Glucosaminoglycanen sind.

Silizium spielt nachweislich neben anderen Mineralien wie Magnesium, Fluor, Kupfer, Bor oder Mangan eine nicht unerheblich große Rolle bei der Regeneration und Stabilisation von Sehnen-, Bändern, Knochen- und Knorpelmaterial. Dabei sorgt Silizium offensichtlich nicht nur für die Festigkeit, sondern verbessert auch das Feuchtigkeitsspeichervermögen und damit die Elastizität des Stützgewebes.

Im Alter steif

SiliziumLeider verringert sich im Alter nicht nur der Anteil an Silizium im Körper, sondern angeblich auch die Form. Im jungen Körper liegt Silizium in kolloidaler, also löslicher Form vor, was zu größerer Straffheit und Flexibilität beiträgt. Die inaktive Form des Siliziums soll in den Organismen älterer Individuen hauptsächlich in den Haaren und Horn abgelagert sein.

Der Stoffwechsel des Siliziums wird über Corticoide, Sexual- und Schilddrüsenhormone reguliert. Im Alter verringert sich so die Möglichkeit, Silizium zu resorbieren. Damit führt die Verringerung der Qualität und Quantität des Siliziums im Körper zu Veränderungen. Die Elastizität der Arterien lässt nach, es kommt zu Arteriosklerose und Hautveränderungen, Knorpelschäden, Sehnen- und Bänderschwäche, Ekzemen und Juckreiz. Aber auch bei jungen Organismen kann ein Mangel an Silizium zu Wachstumsproblemen, Haarausfall, brüchige Hufen und Horn, Zahnfleischbluten und Maulentzündungen kommen.

Siliziumbedarf und Aufnahme

Der geschätzte Bedarf des Pferdes liegt bei 300 bis 1000 mg pro Tag, wobei nicht die Zufuhr, sondern letztendlich die tatsächliche Aufnahme in den Körper zählt. Dies ist schwierig festzustellen, da Silizium vorwiegend in anorganischen Mineralien, vor allem Quarzen und vielen Halb- und Edelsteinen vorliegt und die tatsächliche Aufnahme nichtorganischer Verbindungen über die Verdauung relativ ungeklärt und hoch unsicher ist.

Organische Siliziumquellen

Wie überall ist auch bei Silizium die Zufuhr über organische Quellen optimal. Einige Pflanzen nutzen mehr als andere die form- und festigkeitsgebende Eigenschaft von Silizium. Besonders zu erwähnen ist hier der Schachtelhalm mit einem Gehalt von 22-54 Gramm pro Kilogramm. Nicht ohne Grund wird Schachtelhalm in der Pflanzenheilkunde eingesetzt gegen Blutungen- und Durchblutungsstörungen, zur Erhöhung der Elastizität des Bindegewebes, zur Förderung des Knochenaufbaus oder gegen rheumatische Beschwerden.

Aber auch verschiedene Hirsearten, wie die Wildhirse, auch als Braunhirse bekannt, enthalten 5,5 Gramm pro Kilogramm und liefern organisches  und damit für den Körper wirklich gut verwertbares Silizium.

Quecke (Knotengras) und viele weitere Gräser, Blätter, äußere Zellen der Baumrinde und Pflanzenhaare sind relativ reich an Silizium. Ebenso Getreideschalen wie Hafer- oder Dinkelspelz, aber auch Bambussprossen! Letztere können als Extrakt mit einem 50%igen Siliziumanteil als Bestandteil wertvoller Ergänzungsfuttermittel eingesetzt werden.

Kieselgur - ein zweischneidiges Schwert

Als Kieselgur (Diatomeenerde) bezeichnet man die unverweslichen Siliziumdioxidgerüste, die hauptsächlich aus den Schalen fossiler Kieselalgen bestehen. Der Einsatz von Kieselgur in der Pferdefütterung hat sich - obwohl anorganisch - in speziellen Fällen bewährt. Ob hier vor allem die Bindung von Giftstoffen im Darm oder sogar eine gewisse Siliziumaufnahme stattfindet ist unklar. Grundsätzlich wird günstiges Kieselgur als Fließhilfsstoff und im Rahmen industriell genutzter Filterstoff e(Abwässer, Getränke), als Füllstoff für Wärmedämmung, Schleif - und Poliermittel eingesetzt.

Einer allzu langfristigen Fütterung von Kieselgur jedoch widerspricht die Tatsache, dass nicht nur eine mögliche Bindung von Schwermetallen, sondern auch eine Bindung lebenswichtiger Spurenelemente, wie  Zink, Mangan und Kupfer erfolgt und damit Sekundäre Spurenelementmängel induziert werden können.

Zu hohe Gehalte an Silizium machen manche Futtermittel (zum Beispiel Reishülsen 110 Gramm/Kilogramm) als Tierfutter uninteressant. Meeresfrüchte hingegen haben eine hohe Verdaulichkeit in Bezug auf ihren relativ hohen Siliziumgehalt.

Überdosierung unwahrscheinlich aber nicht unmöglich

Silizium aus Pflanzen oder Kräutern stellen die sinnvollsten Siliziumquellen dar, weil das Silizium gut resorbierbar ist. Die direkte Aufnahme von Silizium aus mineralischen Quellen ist umstritten. Eine Überdosierung ist zwar eher unwahrscheinlich, extreme Mengen von Silizium können aber zu einer erhöhten Harnsteinbildung,  Lungenschäden, diversen Karzinomen und Herzschäden führen. Eine übermäßige Calciumzufuhr hemmt die Aufnahme von Silizium.

 

Dr. Susanne Weyrauch – Wiegand
Februar 2011 überarbeitet 2018

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