Muskelschmerzen ernst nehmen

Muskelverspannungen, Muskelkater, Fibromyalgie und Arthrose haben mehr gemeinsam als man denkt. Während der Muskelkater im allgemeinen von sich aus heilt, können sich Muskelverspannungen standhaft und unnachgiebig zeigen. Verspannungen, Muskelschmerzen und sogar Leibschmerzen können durch Fehlhaltung, zu wenig, falschen oder zu viel Sport, aber auch auf Ernährungsdefizite zurückgeführt werden.  Stress und Sport erhöhen den Bedarf an bestimmten Nährstoffen.

Jahrelange Muskelverspannungen können u.a. durch die Immobilisierung der Gelenke frühzeitig auch das Entstehen der Arthrose mit sich ziehen. Die Fibromyalgie, Verspannungsmigräne und chronische Schmerzen gehören zu den übelsten Vertretern, die ihre Anfänge gerne in der einfachen Muskelverspannung haben. 

Leider tritt die Schulmedizin in diesen Fälle nicht selten auf der Stelle. Einen großen Stellenwert beim Abbau von Muskelverspannungen haben die Physiotherapie und die Osteopathie. Aber auch naturheilkundliche Verfahren wie die traditionelle chinesische Medizin (TCM) oder Homöopathie können Hilfestellung leisten. Eine wirklich nachhaltige Wirkung oben genannter Verfahren ist jedoch nur möglich, wenn dem Körper ausreichend durch die Nahrung zur Verfügung gestellte Bausteine zur Muskelentspannung vorliegen.

Zu nennen sind hier an erster Stelle Magnesium, Mangan und Selen sowie Vitamin E,  die an der Entspannung des Muskels aktiv teilhaben, einerseits direkt, andererseits indirekt als  Cofaktoren eines ausgeklügelten antioxidativen Systems.

Ist ein Nährstoffmangel im Blutbild eines Menschen  erkennbar?

Leider gelten Blutuntersuchungen bezogen auf die Spurenelemente Zink, Kupfer, Selen und Mangan oder das Mengenelement Magnesium immer noch als unnötig. Die Tierernährung hat jedoch seit langen Jahren gezeigt, dass durch Blutanalysen in den meisten Fällen eindeutig angezeigt wird, wohin die Reise ernährungsphysiologisch geht.

Gerade für Menschen mit chronischen Beschwerden könnte eine Blutuntersuchung auf oben genannte Nährstoffe über etwaige Defizite Aufschluss geben. Blutbilder sind zwar auch nur eine Momentaufnahme, die Nährstoffe unterliegen jedoch der sogenannten Homöostase. D.h., der Körper versucht, den Gehalt an Nährstoffen im Blut konstant zu halten. Wenn er das nicht mehr schafft, kann sich das im Blutbild zeigen. So könnte - gemäß dem Liebigschen Fass -  die tatsächliche Ursache für vorliegende Muskelverspannungen - unproblematisch nachgewiesen werden.

Stress wird individuell verarbeitet

Verspannungen, Muskelschmerzen und oft damit einhergehende Leistungsunlust belasten Frauen und Männer in fast gleicher Weise. Oft sind belastende Erfahrungen aus der Vergangenheit, langfristige Überforderung in der Gegenwart und Stress die Ursache.

Die Art und Weise, wie wir mit Stress, ungerechter Behandlung oder Hektik umgehen, ist zwar unterschiedlich, aber die Wirkung im Organismus ist letztendlich dieselbe: es kommt zu einem erhöhten Bedarf an antioxidativen Nährstoffen besonders im Bereich der Mitochondrien (den Energiekraftwerken jeder Zelle).

Wird dieser Bedarf an Vitaminen, Spurenelementen und Sekundären Pflanzenstoffen durch die tägliche Nährstoffzufuhr nicht gedeckt, zeigen sich die Folgen langfristig in der Muskulatur und im Bindegewebe. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den B-Vitaminen zu. Vitamine wie B1, B6, Folsäure oder B12 haben u.a. einen entscheidenden Einfluss auf die Nervenfunktion und -regeneration.

Die Belastung mit freien Radikalen hemmt die Muskelentwicklung

Leistungsport und Stress haben etwas gemeinsam. Der Bedarf an antioxidativen Nährstoffen ist auch im Körper des aktiven Sportlers erhöht. Durch die Körperbelastung steigt die Belastung durch frei Sauerstoffradikale. Werden diese Sauerstoffradikale nicht abgebaut, kommt es durch die Zerstörung von Mitochondrien, Zellwänden oder Zellkernen zum Zelluntergang. Muskelkater, sich verzögern der Muskelaufbau, Verspannungen und eine schleppende Regeneration des Bindegewebes nach großen Anstrengungen können die Folge sein.

Muskelrelevante Nährstoffe

Für eine geschmeidige Muskulatur und ein gesundes Kapillarsystem für eine geregelte Durchblutung benötigt der Körper ausreichende Mengen an Magnesium und Mangan. Beide Nährstoffe ermöglichen die tatsächliche Entspannung der Muskulatur und deren reibungslose Energiefreisetzung. Mangan ist unentbehrlich für die Regeneration von Knorpel- und Sehnengewebe (körpereigener Glukosaminoglukan-Aufbau), sowie für die Elastizität der Blutgefäße. Wie alle Antioxidantien müssen diese Nährstoffe, und zu denen gehören auch beispielsweise Vitamin E.  Mangan, Zink und Selen mit der Ernährung zugeführt werden. Gerade die Spurenelementehaben eine besondere Bedeutung im Rahmen spezieller Zellschutzenzyme (zum Beispiel als Schlüsselenzyme der  verschiedenen Superoxiddismutasen und der Glutathionperoxidase).

Unabhängig von der Ernährungsituation sollte man im Fall von Muskelverspannungen neben dem guten Physiotherapeuten auch Zeiten der Endschleunigung und Ruhe einrichten. Atemtechniken und langsames Bewegen an der frischen Luft unterstützen die körperliche Entsäuerung.

 

 

 

Dr. Susanne Weyrauch-Wiegand 2017 ©

Foto: fotolia/Picture-Factory

 

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