Muskelschmerzen ernst nehmen

Muskelverspannungen, Muskelkater, Fibromyalgie und Arthrose haben mehr gemeinsam als man denkt. Während der Muskelkater im allgemeinen von sich aus heilt, können sich Muskelverspannungen standhaft und unnachgiebig zeigen. Verspannungen, Muskelschmerzen und sogar Leibschmerzen können durch Fehlhaltung, zu wenig, falschen oder zu viel Sport, aber auch auf bestimmte Ernährungsgewohnheiten zurückgeführt werden.  Stress und Sport erhöhen den Bedarf an bestimmten Nährstoffen.

Jahrelange Muskelverspannungen können u.a. durch die Immobilisierung der Gelenke frühzeitig auch das Entstehen der Arthrose mit sich ziehen. Die Fibromyalgie, Verspannungsmigräne und chronische Schmerzen gehören zu den übelsten Vertretern, die ihre Anfänge gerne in der einfachen Muskelverspannung haben. 

Leider tritt die Schulmedizin in diesen Fälle nicht selten auf der Stelle. Einen großen Stellenwert beim Abbau von Muskelverspannungen haben die Physiotherapie und die Osteopathie. Aber auch naturheilkundliche Verfahren wie die traditionelle chinesische Medizin (TCM) oder Homöopathie können großartige Hilfestellung leisten.

Die Ernährung entscheidet über die Gesundheit

Eine wirklich nachhaltige Wirkung oben genannter Verfahren ist jedoch nur möglich, wenn einerseits dem Körper ausreichend durch die Nahrung zur Verfügung gestellte Bausteine zur Muskelentspannung vorliegen und andererseits Lebens- und Genussmittel vermieden werden, die Spannungszustände befördern .

Lebensmittel, die Spannungszustände befördern sind nicht selten auch den Leberstoffwechsel belastend. Dazu gehören Lebensmittel, die reich sind an biogenen Aminen. Hier wären Käse, nicht wirklich frische Lebensmittel ( zum Beispiel Gammelfleisch) oder alkoholische Getränke zu nennen. Zu den Lebensmitteln, die entspannend wirken zählen vorwiegend gekochtes Gemüse oder Reis. Wichtig ist für den einzelnen, das Gefühl dafür zu entwickeln, welche Lebensmittel ihm gut tun oder nicht.

Nährstoffe, die am Prozess der Entspannung des Muskels aktiv teilhaben, einerseits direkt, andererseits indirekt als Cofaktoren eines ausgeklügelten antioxidativen Systems sind zum Beispiel Magnesium, Mangan, Selen oder Vitamin E. Sie sollten durch täglichen Ernährung bedarfsgerecht aufgenommen werden.  Wer sich schon mal beruflich mit einer computergesteuerten  Nährstoffberechnung auseinandergesetzt hat weiß, dass den täglichen Nährstoffbedarf zu decken, leichter gesagt als getan ist.

Magnesiumreich sind einige Mineralwässer, die in ausreichender Menge getrunken nicht nur für die Magnesiumversorgung relevant sind sondern auch durch mögliche hohe Gehalte an Natriumhydrogencarbonat regelrecht entsäuernd wirken.

Den Bedarf an Mangan, Selen und Vitamin E durch die heutige Ernährung zu decken ist wesentlich schwerer zu realisieren. Höchste Mangangehalte finden wir in Artischocken, Schnecken und schwarzem Tee. Natürliches Vitamin E wäre reichlich in Ölen enthalten. Leider ist unschwer nachzurechnen, dass der Bedarf an Vitamin E durch eine reichliche Ölaufnahme gedeckt werden kann, die mit der Zufuhr eines Übermaßes an Energie einhergeht.

Ist ein Nährstoffmangel im Blutbild eines Menschen  erkennbar?

Leider gelten Blutuntersuchungen bezogen auf die Spurenelemente Zink, Kupfer, Selen und Mangan oder das Mengenelement Magnesium immer noch als unnötig und müssen in den meisten Fällen selbst bezahlt werden.

Die Tierernährung hat jedoch in den letzten Jahren eindeutig gezeigt, dass durch Blutanalysen sichtbar wird, wohin die Reise ernährungsphysiologisch geht.

Gerade für Menschen mit chronischen Beschwerden könnte eine Blutuntersuchung auf oben genannte Nährstoffe über etwaige Defizite Aufschluss geben. Blutbilder sind zwar auch nur eine Momentaufnahme, die Nährstoffe unterliegen jedoch der sogenannten Homöostase. D.h., der Körper versucht, den Gehalt an Nährstoffen im Blut konstant zu halten. Wenn er das nicht mehr schafft, kann sich das im Blutbild zeigen. So könnte - gemäß dem Liebigschen Fass -  die tatsächliche Ursache für vorliegende Muskelverspannungen - unproblematisch nachgewiesen werden.

Stress wird individuell verarbeitet

Verspannungen, Muskelschmerzen und oft damit einhergehende Leistungsunlust belasten Frauen und Männer in fast gleicher Weise. Oft sind belastende Erfahrungen aus der Vergangenheit, langfristige Überforderung in der Gegenwart und Stress die Ursache.

Die Art und Weise, wie wir mit Stress, ungerechter Behandlung oder Hektik umgehen, ist zwar unterschiedlich, aber die Wirkung im Organismus ist letztendlich dieselbe: es kommt zu einem erhöhten Bedarf an antioxidativen Nährstoffen besonders im Bereich der Mitochondrien (den Energiekraftwerken jeder Zelle).

Wird dieser Bedarf an Vitaminen, Spurenelementen und Sekundären Pflanzenstoffen durch die tägliche Nährstoffzufuhr nicht gedeckt, zeigen sich die Folgen langfristig in der Muskulatur und im Bindegewebe.

Eine besondere Bedeutung kommt dabei den B-Vitaminen zu. Vitamine wie B1, B6, Folsäure oder B12 haben u.a. einen Einfluss auf die Nervenfunktion und -regeneration. Dieser Sachverhalt gibt dem Begriff psychosomatisch bedingte Erkrankung eine ganz andere Sichtweise.

Muskelentwicklung erleichtern

Leistungsport und Stress haben eines gemeinsam. Der Bedarf an antioxidativen Nährstoffen ist auch im Körper des aktiven Sportlers erhöht. Durch die Körperbelastung steigt die Belastung durch frei Sauerstoffradikale. Werden diese Sauerstoffradikale nicht abgebaut, kommt es durch die Zerstörung von Mitochondrien, Zellwänden oder Zellkernen zum Zelluntergang. Muskelkater, sich verzögernder Muskelaufbau, Verspannungen und eine schleppende Regeneration des Bindegewebes nach großen Anstrengungen können die Folge sein.

Wege in die Entspannung

Unabhängig von der Ernährungsituation sollte man im Fall von Muskelverspannungen neben dem guten Physiotherapeuten auch Zeiten der Endschleunigung und Ruhe einrichten. Atemtechniken zur Abatmung von C02,  langsames Bewegen an der frischen Luft und reichlich Wassergenuss unterstützen die körperliche Entsäuerung.

 

 

Dr. Susanne Weyrauch-Wiegand 2017 ©

Foto: fotolia/Picture-Factory

 

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