Wundheilungsstörungen beim Pferd

Kann die Heilung durch die richtige Futterwahl beeinflusst werden?

Pferde verletzen sich im Laufe ihres Lebens immer wieder. Sei es die eigene Schusseligkeit, seien es Attacken durch andere Pferde, aber auch durch die naturgegebene Schreckhaftigkeit des Pferdes ausgelöste Unfälle entstehen tagtäglich immer wieder Verletzungen, die ein gute Wundheilung erfordern. Dabei sollten weder Komplikationen entstehen noch Narben davonbleiben.

Scheuerwunden entstehen beim Pferd meist durch Juckreiz oder durch schlecht angelegtes, reibendes Geschirr und das vorzugsweise im Fellwechsel. Auftretende Schnitt- oder Bißwunden, Stich-, Riss-, Quetsch- oder Lappenwunden werden je nach Tiefe durch den Tierarzt chirurgisch mit einer Naht versorgt.

Im allgemeinen kommt es bei einer schulmedizinischen Behandlung zum Einsatz von Antibiotika. Bei frischen Wunden ist im allgemeinen eine Tetanusprophylaxe angezeigt, sofern das Pferd nicht unter einem aktiven Dauerimpfschutz steht.

Probleme bei der Wundheilung

Die Wundheilung ist ein derartig naturnaher und lebenserhaltender Prozess, dass er bereits nach wenigen Minuten nach dem Entstehen der Wunde beginnt.

Ist der Körper dazu nicht in der Lage oder wurde eine größere Wunde übersehen, kann es zu einer Wundinfektion kommen. Die eitrige, sich in alle Richtungen ausbreitende Infektionskrankheit der Weichteile inklusive des Bindegewebes wird Einschuss oder auch Pflegmone genannt.

Ob eine Wunde  zu einem Einschuss, der unbehandelt sogar zu Fieber und im schlimmsten Fall zum Tod führen kann führt, hängt davon ab, wie stark die Immunabwwehr des Pferdes funktioniert. Es gibt Pferde, die bei wirklich jeder offenen Hautstelle zu einer Phlegmone neigen, und es gibt Pferde,  bei denen nach 2 bis 3 Tagen Schwellung  der Spuk vorbei ist. Entscheidend hierfür ist neben einer guten Stoffwechsellage auch eine dem Bedarf angepasste Ernährungssituation.

Wenn eine Wunde nicht heilen will

Pferde unterscheiden sich auch darin, wie schnell die Wundheilung verläuft.  Auch hier gibt es  Fälle,  in denen nach 2 bis 3 Tagen nach dem Unglück die Wundheilung deutlich eingesetzt hat.  Dazu ist wichtig zu wissen, dass die Wundheilung in mehreren Schritten  erfolgt.

In der Latenzphase muss zunächst die Blutung gestoppt werden. Es kommt zur Blutgerinnung, einem Vitamin K- abhängigen Vorgang, durch den das zerstörte Blutgefäß durch ein Gerinnsel verschlossen wird. In dieser kurzen Phase scheint sich an der Wunde nichts zu ändern.

Was nun folgt ist die sogenannte Exsudationsphase, die durch das Austreten von Wundsekret gekennzeichnet ist.  Fremdkörper und Keime sollen aus der Wunde geschwemmt werden. Nach 2-3 Tagen bildet sich der typische Schorf.

Je nach Tiefe und Sitz der Wunde wird ein steriler feuchthaltender Verband angelegt, damit die Zellteilung im Wundgebiet erfolgen kann. In dieser Zeit macht eine hochdosierte Zinkversorgung Sinn, da dadurch sowohl die  Zellbildung angeregt wird als auch das Immunsystem.

In der Granulations- oder Proliferationsphase kommt es zur Bildung von neuem Bindegewebe auf einer Basis von Mucopolysacchariden. Haargefäße werden rekonstruiert.

Jetzt spätestens entscheidet eine bedarfsgerechte und hochwertige Ernährung das Wundheilungsgeschehen!

Das Granulationsgewebe kann sich nur rasch entwickeln, wenn keine allgemeine oder örtliche Mangelernährung vorliegt! In dieser Phase spielt das Mangan eine sehr große Rolle, da es direkt enzymatisch an der Bildung von Mucopolysacchariden beteiligt ist.

Die Ausreifung der kollagenen Fasern erfolgt zwischen dem dem sechsten und zehnten Tag und erfordert vor allem Kupfer.

In der Regenerations- oder Reparativphase wird die Oberfläche der Wunde mithilfe der raschen Bildung von Epidermiszellen geschlossen. Auch hier wird zunehmend Kollagen gebildet. Ziel ist die Wiederherstellung aller Hautschichten.

Narbenbildung und wildes Fleisch

Da vorläufig keine elastischen Fasern gebildet werden, verfügt das Narbengewebe über weniger Elastizität. Die Narbenbildung ist jedoch direkt abhängig von der Dauer der Wundheilung sowie dem Vorhandensein einer ausreichenden Spurenelementversorgung. Durch eine ausbalanzierte und dieser besonderen Bedarfssituation angepassten Nährstoffversorgung, kann die Wundheilung deutlich deutlichst beschleunigt werden.

Fütterung vor und nach Operationen

Durch Operationen kommt es im Prinzip auch zur Bildung einer Wunde. Operationswunden müssen daher - was den Heilungsverlauf betrifft - genauso betrachtet werden wie auf natürlichem Weg entstandene Wunden.

Wenn der Pferdebesitzer weiß,  dass eine Operation ins Haus steht, tut er gut daran, bereits einige Wochen vorher den Nährstoffstatus des Pferdes der kommenden Situation anzupassen.

Operationen bzw. Wundheilungsstörungen erfordern vor allem bei alten oder bekannt immun labilen Pferden, bei Pferden mit EMS, ECS und Insulinresistenz, sowie in der Zeit des Fellwechsel einen erhöhten Nährstoffbedarf an den Spurenelmenten Zink, Kupfer und Mangan.

Dies trifft vor allem dann zu, wenn die Bildung von wildem Fleisch befürchtet wird oder eine Narbe die Funktionsfähigkeit des Gewebes einschränken würde.

Der Einsatz höchstdosierter Zinkpräparate (Zinkurasan vet) in Verbindung mit einem Spurenelementbooster wie Nr. 4 Goldwert liefert genau die Nährstoffe, deren Bedarf erhöht ist, wenn große und schwerwiegende Wunden besser ausheilen sollen, Narbengewebe abgebaut und eine schnellere Wundheilung erfolgen soll.

 

 

Dr. Weyrauch-Wiegand August 2018©

Foto: fotolia #162517702 | Urheber: Castenoid

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