Kotwasser kann auf Störungen des Darmsystems hinweisen

Wie wichtig ist die Darmsanierung wirklich?

"Die Mikrobe ist nichts, das Mileu ist alles" Prof. Claude Bernard (1813 - 1878)

Wenn Pferde unter Durchfall, Kotwasser, an den Folgen von kontaminiertem Grundfutter, einer vorangegangenen Antibiose leiden und daher die Darmflora gestört ist, wird aus therapeutischer Sicht eine Darmsanierung empfohlen.

Verbesserung des DarmmilieusIm allgemeinen wird davon ausgegangen mit dem Einsatz von speziellen Bakterienkulturen die Darmflora wieder zu regenerieren. Diese Behandlungen sind oft kostspielig und ihnen gehen Voruntersuchungen voraus. Da in vielen Fällen ein wirklich nachhaltiger Erfolg auf der Strecke bleibt sollten wir uns die Aussage von Prof. Dr. Antoine Béchamp verinnerlichen.

"Le microbe n´est rien, le terrain c´est tout"

Will man Bakterien-, Hefen- oder andere Mikroorganismen-Kulturen vermehren, braucht man dazu einen Nährboden. Bestimmte Mikroorganismen benötigen bestimmte Nährböden. Fehlen in einem Nährboden entsprechende Substrate, kann sich das Wachstum von bestimmten Mikroorganismen verzögern oder einstellen.

Nicht nur im Darm des Pferdes sondern auch im Darm des Hundes oder Menschen leben ganz bestimmte Mikroorganismen, die als Mikroflora bezeichnet werden. Die Zusammensetzung der Mikroflora hat eine sehr große Bedeutung im Rahmen des Immungeschehens.

Ungleichgewichte in der Verteilung der Mikroorganismen können Fehlgärungen, Blähungen oder Durchfall hervorrufen. Das Kotfressen (Koprophagie) weist auf eine gestörte Darmflora mit dem Einhergehen einer zu geringen Eigensynthese von Vitamin K hin, während die Geophagie (Fressen von Sand oder Erde) - auch als Zeichen einer gestörten Darmflora - auf den Mangel an Cobalt bzw. das daraus körpereigen gebildete Vitamin B12 hinweist. Aus diesem Grund darf abnormes Fressverhalten wie Kotfressen nicht als "normal" hingenommen werden, da möglicherweise daraus Koliken resultieren können. Ein unverzügliches Handeln - in diesem Fall das Zuführen von Vitaminen - ist als erster Schritt obligat.

Welche Vektoren haben beim Pferd einen Einfluss auf die Entwicklung gesunder Keime?

Dazu zählt zunächst eine ungestörte Leberfunktion und daraus resultierend ein ausreichend hoher Gallefluss. Daher sollte bei der Fütterung auf hohe Grundfutterqualitäten bei geringem Einsatz von Chemikalien oder Konservierungs- und Süßstoffen geachtet werden. Der pH-Wert muss stimmig sein.

Süßstoffe skeptisch betrachten

Süßstoffe werden in der Futtermittelbranche eingesetzt, damit die Produkte besser gefressen werden. Ihre Süßkraft ist um ein vielfaches höher als der von normalem Zucker. Forscher vermuten bei allen Süßstoffen, dass langfristig das Körpergewicht negativ beeinflusst wird, da Süßstoffe Signale an das Gehirn senden, welche die Nahrungsaufnahme steigern. Vorsicht auch bei sogenannten "natürlichen Süßstoffen", selbst Stevia (auch Honigkraut genannt), ein Süßstoff aus einem Strauch, der ursprünglich aus Paraguay stammt (Süßungsmittel mit der Nummer E 960), ist auf langjährige Verträglichkeit noch nicht getestet und Nebenwirkungen könnten möglich sein. Hier sollte man seine Skepsis gegenüber normalem Zucker, dessen Stoffwechselwege genau bekannt sind überdenken.

Das Darmmilieu bestimmt, wer bleibt

Pferde Heufütterung

Das Darmmileu bestimmt letztendlich, welche Mikroorganismen sich dort wirklich auf Dauer ansiedeln dürfen und welche nicht. Ist das Milieu zu sauer, belastet oder zu nährstoffarm, können sich krankmachende Keime oder Pilze besonders gut vermehren. Jene produzieren Stoffwechselprodukte, zu denen Biogene Amine und Alkohole zählen, die über die Leber abgebaut werden müssen.

Biogene Amine wie  Histamin, Putrescin oder Cadaverin können erhebliche Beschwerden auslösen wie angelaufene Beine, nervöse Störungen, Herzprobleme allergische Anzeichen und im schlimmsten Fall zur Hufrehe führen.

Da man diese negativen Keime nicht einfach ausmerzen kann, geht man davon aus, sie zu verdrängen. Ein Gedanke dabei ist gesunde Bakterien (vorausgesetzt man kennt die entsprechenden Bakterienstämme) zuzuführen. Ob der Erfolg dieser Behandlungen wirklich nachhaltig ist ist fraglich, wenn sich am Milieu und an der Fütterung grundsätzlich nichts ändert.

Der sinnvollere und sichere Weg ist, das Milieu in Ordnung zu bringen, um den mit der Nahrung grundsätzlich zugeführten Mikroben die Möglichkeit zu geben, sich im Darm festzusetzen. Hochwertige Nährstoffe unterstützen dabei diese gesunden Kulturen, sich kräftig zu vermehren.

Spurenelemente verändern die Darmflora!

Oft sind es relativ gesehen  Kleinigkeiten, die das Darmmilieu durcheinanderbringen können. Dazu gehört eine mangelhafte Versorgung mit den Nährstoffen, die für die Regeneration der Darmschleimhaut und die Vermehrungsfähigkeit der Mikroorganismen notwendig sind wie Spurenelemente. Hier  spielen vor allem Zink und Cobalt eine hervorragende Rolle. Durch die Verbesserung der Aktivität der  Mikroorganismen aufgrund einer optimierten Spurenelementversorgung kommt es beim Pferd zu einer Erhöhung der körpereigenen Produktion der B-Vitamine.


Kräuter für den Stoffwechsel

Zahlreiche Kräuter haben von Natur aus eine harmonisierende Wirkung auf den Verdauungstrakt und das Darmmileu. Sie können zusammen mit den Spurenelementen für einen erstaunlich raschen Aufbau der "guten" Mikroorganismen sorgen.

Es macht daher Sinn, zur Sanierung des Darms  Nr. 4 Goldwert und Nr. 5 Frühlingserwachen in Kombination einzusetzen.


Hochwertiges Mash initialisiert die Darmsanierung

Einleitend macht auch die Gabe einer qualitativ zweifelsfreien Mashzubereitung Sinn. Das Kristall Mash liefert die klassischen verdauungsharmonisierenden Grundlagen wie Leinsamen und Weizenkleie mit einer feinen Kräutermelange.

 

Dr. Susanne Weyrauch-Wiegand Dezember 2014 überarbeitet Januar 2017©

 

Foto: fotolia.com

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