EMS Pferd

Das Equine Metabolische Syndrom -

Konkrete Vorschläge zur diätetischen Fütterung

Unter EMS (Equines Metabolisches Syndrom) versteht man eine ernährungs- und bewegungsbedingte Erkrankung, die sich in Übergewicht des Pferdes mit der Ausbildung spezifischer Fettdepots im Mähnenkamm, den Schultern und über der Schweifrübe zeigt und Folgen wie chronische Hufrehe, Arthrose und Ekzem mit sich ziehen.

Nr. 19 MordskerlDie Ursachen sind neben einem Überangebot an energieliefernden Nährstoffen (aufgrund mangelnder Bewegung) bei gleichzeitigem Mangel an nicht-energieliefernden Nährstoffen bei meist schon länger vorliegenden schleichenden Stoffwechselentgleisungen.

Durch zu geringe körperliche Betätigung dieser Pferde (ganztägiger Weidegang, Robusthaltung, Offenstallhaltung,  sind leider für ein gesundes – nicht in der Zucht eingesetztes Pferd - zu wenig, da sie einen sportlichen Einsatz des Pferdes nicht ersetzen) wird meist nur Raufutter wie Stroh, Heu und Gras gefüttert.

Auf Getreide (ob natur oder in Müsliform) wird aufgrund kalorischer Gesichtpunkte verzichtet. Durch diese restriktive Fütterungsform wird der Mineralstoffbedarf des Pferdes bei weitem nicht mehr gedeckt.

Die so entstehenden Vitalstoffdefizite können massive Stoffwechselerkrankungen auslösen, die dem Pferdekörper nur noch ein Funktionieren mit angezogener Handbremse ermöglichen. Dazu gehören die Pankreastätigkeit, die Leberentgiftung, die Herz- und Muskelfunktion, der Hufaufbau oder die Regeneration der Gelenke. Während früher der klassische Warmblüter in Stallhaltung untergebracht war und aufgrund der täglichen sportlichen Reitstunde große Mengen an Kraftfutter vertrug, besteht heute zunehmend der Trend zu Spezialrassen, die leichtfuttrig sind, zu wenig Bewegung, dafür aber satten Weidegang haben. Selbst "robust" gehaltene, dafür nicht ausreichend bewegte Warm- und Vollblüter können EMS entwickeln.

Pferde können durch Kohlenhydrate, Eiweiß, Fett, aber auch durch zuviel Rohfaser verfetten!

Im Gegensatz zum Equinen Cushing Syndrom, bei dem notfalls mit Medikamenten gearbeitet werden kann, muss bei EMS neben einem Bewegungsmanagement unbedingt eine Ernährungsumstellung erfolgen, bei der folgende Schritte zu berücksichtigen sind:

1. Weidegang durch Paddockhaltung ersetzen, so dass kein kohlenhydrat- , eiweiß- oder rohfaserreiches Gras unkontrolliert aufgenommen werden kann.

2. Die Heufütterung muss limitiert werden auf 1,2 kg je 100kg Körpergewicht, eventuell war muss sogar das Heu mit Stroh "gestreckt" werden, da Raufutter ebenso zur Gewichtszunahme beiträgt.

3. Getreidelastige Müslis sind aus der Ration zu entfernen. Der Sinn von getreidefreie n Müslis besteht in der Möglichkeit, zugesetzte Mineralstoffe und Vitamine zu transportieren und damit die Aufnahme von zugesetztem Mineralfutter zu erleichtern. Eine Hand voll Hafer jedoch kann diese Aufgabe auch erfüllen.

4. Die Zufuhr an Ölen muss kontrolliert und in ausschließlich phsysiologisch sinnvollen Mengen erfolgen (50ml pro Pferd und Tag)

4. Zusatzstoffe in Ergänzungsfuttermitteln meiden (Ersatzzucker, künstliche Süßstoffe, Konservierungsmittel und Aromastoffe).

5. Die Leberfunktion stärken, um anfallende Abbauprodukte im Rahmen der Diät abzubauen.

6. Die Spurenelementversorgung muss gewährleistet sein trotz Diät, sonst drohen Mangelerscheinungen, die wiederum Hufrehe auslösen könnten, das Ekzem fördern oder Regeneration der Gelenke beinträchtigen.

7. Eine Versorgung von vor allem der B-Vitamine im Rahmen der Diät kann sich als sehr sinnvoll herausstellen.

Nr. 17 Feuerstrahl8. Die Unterstützung des Herzens und des Stoffwechsels durch eine bedarfsgerechte Versorgung mit Vitamin E und Magnesium sollte gewährleistet sein.

Unsere Empfehlung für die Mineralisierung und Vitaminisierung des übergewichtigen Pferdes am Beispiel eines 400 kg schweren Haflingers:

4 bis 5 kg Heu zusammen mit 2 kg Futterstroh

Nr. 19 Mordskerl 3 Meßlöffel

Nr. 17 Feuerstrahl flüssig 25 ml

Die Einmischung der dr. Weyrauch Ergänzungsfutter erfolgt in einer Hand voll aufgeweichtem Grundstein oder Haferflocken. Bei  entsprechender Bewegung kann auch etwas Hafer (unter 200g) zur Aktivierung der Lebenslust und damit des Stoffwechsels gefüttert werden. Bei dieser kleinen Menge geht - zusammen mit den oben genannten Nährstoffen - kaum Gefahr einer Hufrehe aus, wenn die Gesamtenergiezufuhr deutlich gedrosselt wurde!

 

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