Kaltblüter und Quarter sind gefährdet
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PSSM - Polysaccharid-Speicher-Myopathie

Die Lösung des Problems ist schon lange bekannt

Die genetische Disposition PSSM hat schon eine längere Geschichte. Am anfälligsten für diese Erkrankung beim Pferd hatten sich zunächst Quarterhorses und Kaltblüter gezeigt, mittlerweile wird aber auch bei allen anderen Rassen dieses Phänomen festgestellt.

Äußerliche Anzeichen wie eine verminderte Belastbarkeit der Muskulatur, Muskelschmerzen, Muskelversteifungen und/oder Krämpfe können ein Grund sein, das Pferd auf "PSSM" , die Polysacccharid-Speicher-Myopathie zu untersuchen.

Während man noch vor kurzen auf eine Biopsie (Gewebeentnahme) angewiesen war, kann heute PSSM mittels einer Blutuntersuchung festgestellt werden. Die klassische Form von PSSM 1 ist tatsächlich selten.

Zu fast 60% findet man jedoch vorwiegend in Leistungspopulationen den PSSM 2- Komplex, der mit kreuzverschlagsähnlichen Symptomen, kraftloser Hinterhand oder einem Schlingern der Hinterhand einhergeht. Offensichtlich sind vor allem moderne Dressurpferde betroffen.

Entwicklung von Futter unterliegt jahrelanger Beobachtung

Frau Dr. Weyrauch-Wiegand beobachtet das Problem PSSM schon seit über 25 Jahren. Zunächst tauchten die ersten Fälle wirklich im Bereich von Pferden im Westernsport auf. Zurückzuschieben war das auf mögliche enorme Muskelmasse im Verhältnis zum übrigen Körper. Seit 2005 konnte jedoch bei den Nachfahren spezieller Warmblut-Hengstlinien eine enormer Hang zur Festigkeit der Muskulatur beobachet werden. In den Hengstkörungen ab 2010 wurde es dann offensichtlich, dass es zu Veränderungen der Muskelmasse und -konsistenz zusammen mit enormem Bewegungspotential kam, die langfristig für die Gesundheit der Pferde mit dem Altern nicht zielführend sein kann.

Die Epigenetik führt uns zur Nährstofftherapie

Ob es sich wirklich um einen genetische Defekt oder eine züchterische Weiterentwicklung handelt, hängt davon ab, ob man die epigenetischen Faktoren bedient!

Das bedeutete, die Mineralisierung an den Zuchterfolg anzupassen und nicht mit der Fütterung in der Vergangenheit verhaftet zu sein um ein gesundheitsbedingtes Opfer dieser Entwickung zu werden.

Dass Ernährung einen Einfluss auf die Ausprägung genetischer Defekte hat ist als epigentische Maßnahme bekannt. Wird die Ausprägung von Genen durch zum Beispiel ausreichende und spezifische Nährstoffe bedient, kann sich der gewünschte Phänotyp darstellen. Auch spezifische Enzyme lassen sich laut den Forschungen der Epigenetik tatsächlich stimulieren. Umgekehrt gilt aber auch: Der Mangel an einem Cofaktor bremst die Wirkung eines Enzyms! Negative Gene kommen zur Ausprägung.

Dadurch muss die tierärztliche Diagnose PSSM nicht mehr als vernichtend gelten sondern als Chance gesehen werden. Der Patientenbesitzer erhält durch die Begründung " ist genetisch bedingt" ein vermeintlich unumstößliches Urteil, welches jedoch durch Ernährungsmaßnahmen rasch moduliert werden kann.

 

Wenn ein Pferd wirklich an PSSM Typ 1 erkrankt wäre

Bei der Erkrankung PSSM 1 wird angenommen, dass das Pferd nicht in der Lage ist, Stärke und Zuckerverbindungen vollständig zu verstoffwechseln. Das Glykogen verbleibt im Muskel und der Muskel hat keine Möglichkeit Energie aus der tierischen Stärke zu gewinnen. Während moderate Muskelbelastungen gut verträglich sind, können stärkere Ansprüche an die Muskulatur jene schädigen und zum Muskelabbau (Rhabdomyolyse), und damit zu einer Nierenbelastung führen. Die CK- sowie die Harnsäurewerte können erhöht sein.

Nach Valberg (1999) soll die Ursache für PSSM in einer durch einen enzymatischen Defekt  bedingten gesteigerten Glykogensynthese liegen.

Grundlagen zum Stoffwechsel von Glykogen

Glucose wird im Allgemeinen als sogenannte tierische Stärke (Glykogen) in jedem Muskel als Energiespeicher eingelagert. Bei Belastung wird Glykogen durch das Hormon Glucagon in Glucose gespalten. Glucose dient dann als Treibstoff für die Freisetzung von Energie (ATP-Synthese).

 

 

Herkömmliche Ernährungstherapie bei PSSM 1 und 2

Als einzig mögliche Therapie wurde bisher eine Ernährungsumstellung empfohlen, in der konsequent auf Stärke und Zucker verzichtet werden müsste. Das würde bedeuten, dass nur luftgetrocknetes Heu, Stroh oder Öl bzw. Ölfrüchte gefüttert werden dürften.  Weidegang bzw. die Fütterung von Gras müsste zwangsläufig entfallen, da durch die Aufnahme von Gras reichlich Zuckerverbindungen zugeführt werden.

Strenggenommen müsste auch die Fütterung von Grünmehlen und Heutrockenprodukten entfallen, da hier Reste von Zucker enthalten sein können. Diese Maßnahmen sollen betroffenen Pferden eine teilweise Erleichterung im Muskelstoffwechsel bringen.

Es kann jedoch bezweifelt werden, dass dieser einseitige Weg der einzige ist, der zum Erfolg führt und zu einem besseren Wohlbefinden für das Pferd.

Der Einsatz von Dr. Weyrauch Nr. 19 Mordskerl zeigte in den letzten Jahren deutlich, dass es vor allem die Deckung des Bedarfs an Nichtenergieliefernden Nährstoffen wie Spurenelementen, Aminosäuren und Antioxidantien ist, der bei muskelstoffwechselbetroffenen Pferden zu einer Verbesserung und einer Normalisierung der Lebenssituation hilft.

Die Diagnose PSSM gegengetestet

Untersucht wurde bisher nie wirklich, ob ein etwaiger Nährstoffmangel bzw. ein erhöhter -bedarf für diese Entgleisung des Kohlenhydratstoffwechsels verantwortlich ist. Da auch die fehlende Bildung von Glykogen (Typ 0) den Speicherkrankheiten zugerechnet wird und die Bildung von Glykogen manganabhängig ist, steht zur Disskussion, ob ein - bei Pferden nicht seltener - Manganmangel für die Nichtverstoffwechselung des Glykogens in Zucker verantwortlich ist.

Eine Untersuchung ist noch keine endgültige Diagnose

Die sich bei der Polysaccharid-Speicher-Myopathie angezeigte Müdigkeit, Unwilligkeit und großer Mühe sich zu bewegen zeigt sich auch bei Nährstoffmängeln im Bereich von Magnesium, Selen, Vitamin E und Mangan.

 

 

Ein Denkansatz wäre  die einfache und schmerzlose Überprüfung des Manganstatus beim PSSM-Pferd. Ein Manganmangel liegt vor, wenn die Werte unter 1,5 µg/l liegen.

Bei mehr als 30 angeblichen PSSM-Patienten wurde das Blut getestet. Dabei wurde darauf geachtet, mindestens 3 bis 4 Tage vor der Blutabnahme kein mineralisiertes Futter zu füttern). Sämtliche Probanden hatten Manganwerte zwischen 0,8 bis 1,2 µg/l , was eindeutig zu wenig ist aber die Symptome von PSSM hervorrufen kann!

Manganstatus beim PSSM Pferd testen

Durch die Fütterung von Mn Mangan über 10 Tage in doppelter Dosierung (60g pro Pferd und Tag), kann man bei betroffenen PSSM-Pferde eine deutliche Verbesserungen in der Beweglichkeit und Lebenslust feststellen.

Trifft dieser Fall ein, muss in jedem Fall Mangan im Vergleich zu den anderen Spurenelementen höher dosiert werden. Empfehlenswert ist dann Nr. 19 Mordskerl zu Mn Mangan im Verhältnis 2 : 1. Damit verhindern wir eine langfristige Verdrängung der Spurenelemente Zink, Kupfer, Selen, Eisen, Cobalt oder Jod.

Ebenso ist eine zusätzliche Versorgung mit den essentiellen Aminosäuren Lysin und Methionin gesichert. Antioxidantien wie Vitamin E, Traubenkernextrakt u.a. runden das Produkt, welches seit fast 10 Jahren mit überragendem Erfolg eingesetzt wird, perfekt ab.

Die Bioverfügbarkeit von Mangan (der Übergang des Mangans in die entsprechenden Zielorte ist ein sehr zögerlicher Prozess) gestaltet sich sehr schwierig, daher hat sich diese Kombination extrem gut bewährt.

Wer sich nach der Diagnosestellung PSSM und vor eine Umstellung der Fütterung wirklich sicher sein möchte, sollte nach der Einhaltung einer fünftägigen Mineralstoffkarenz tatsächlich ein Blutbild erstellen lassen und dort neben den Leberwerten auch ganz speziell die Spurenelemente Zink, Kupfer, Selen und Mangan untersuchen lassen. Im Rahmen unserer Beratung werden wir das Blutbild für Sie sichten.

 

Kein Chrom bei PSSM - ein unwissenschaftliches Gerücht

In einigen Beiträgen im Netz und den sozialen Netzwerken wird immer eine Warnung vor der Gabe von Chrom an Pferde, die an PSSM erkranken, ausgesprochen. Diese Warnungen sind unseriös. Hierbei fehlen zunächst grundsätzlich Mengenangaben, wieviel Chrom einem Pferd mit PSSM angeblich schaden würde. 

Da etwaige Untersuchungen in den USA vorgenommen worden, in denen die tägliche Zufuhr an Chrom leicht Mengen von  5 - 10 mg am Tag überschreiten, und laut unserem Futtermittelgesetz eine Chromzufuhr nicht erlaubt ist, werden hier eindeutig Äpfel mit Birnen verglichen.

Auch die Menge an Chrom in Hefe, Algen und Kräutern ist verschwindend gering und könnte wenn, dann nur einen Bruchteil des essentiellen Bedarfs an Chrom decken. 1 Kilogramm Hefe enthält 2mg Chrom, was dem Tagesbedarf des Pferdes entsprechen würde. Aber kein gesund denkender Mensch würde einem Pferd täglich so große Mengen an Hefen zumuten.

Abgesehen davon ist Chrom ein essenzieller Nährstoff, was bedeutet, dass eine chromfreie Ernährung ( was natürlich physiologisch überhaupt nicht möglich ist) langfristig den Tod des Lebewesens bedeuten würde. Da stellt sich die Frage, ob vor Mutmaßungen nicht ersmal Zahlen, Fakten und die gute alte Mathematik stehen sollten.

 

Dr. Susanne Weyrauch© Mai 2011 - überarbeitet 2021

 


 

 

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